Corporate Social Responsibility

DAV-FORUM Corporate Social Responsibility und Compliance am 3. Dezember 2015 in Berlin

Ist die Compliance als Rechtsbegriff bereits vielfach bekannt, so bestehen über das Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR) noch viele Unklarheiten. Eine Vielfalt von Themen wird seitens der Wirtschafts-, Politik- und Sozialwissenschaften darunter verhandelt. Wenig durchdacht ist bislang die juristische Dimension. Mehr als 150 Teilnehmer des DAV-Forums „Corporate Social Responsibility und Compliance“ diskutierten am 3. Dezember in Berlin eine breite Palette von Fragen aus diesem Bereich. Unter anderem: Ist eine Rechtsberatung im Bereich des „Soft Law“ auch durch die Berufshaftpflicht abgedeckt? Wie ist die Anwaltschaft von den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte betroffen? Wie können wir als Verbraucher prekären Arbeitsbedingungen am Ende der Lieferkette abhelfen? Einen Eindruck des Forums können Sie sich hier verschaffen, sich hier ein Bild der Podiumsdiskussion machen.

Weitere Informationen zum Thema CSR, zum DAV-FORUM und zu unseren Referentinnen und Referenten finden Sie nachfolgend.

 

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Informationen zum Thema CSR und zum DAV-FORUM am 3. Dezember 2015

Trotz der Vielzahl bereits bestehender Initiativen und Leitlinien existiert keine allgemeingültige Definition von CSR. Die Europäische Union versteht darunter „die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft.“ Relevante Bereiche sind danach Menschenrechte, Arbeits- und Beschäftigungspraktiken und Ökologie sowie Bekämpfung von Bestechung und Korruption. Für die Einbindung und Weiterentwicklung der Gemeinschaft, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen sowie die Vertretung der Verbraucherinteressen, einschließlich des Schutzes der Privatsphäre, spielt CSR ebenfalls eine wichtige Rolle. Darüber hinaus sind die Förderung der sozialen und ökologischen Verantwortung über die gesamte Lieferkette und die Offenlegung nicht-finanzieller Informationen wichtige bereichsübergreifende Fragen.

Internationale Instrumente wie die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGP) sowie die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen und die DIN ISO 26000 formulieren nunmehr konkrete Erwartungen an Wirtschaftsunternehmen. Sie wollen Lücken dort schließen, wo staatliche Institutionen versagen oder aus sonstigen Gründen nicht in der Lage sind, international verbindliche, völkerrechtliche Standards und Verpflichtungen zu gewährleisten, indem sie private Akteure in die Pflicht nehmen. Es geht nicht mehr nur um herkömmliche Unternehmensberichterstattung, wie sie beispielsweise das Deutsche Handelsgesetzbuch kennt, sondern auch darum, normierende Gestaltungskraft zu erlangen und auf diesem Wege Verhaltensänderungen zu bewirken.

Die Leitprinzipien sind rechtlich zwar nicht verbindlich. Dennoch werden unter unmittelbarem Rückgriff auf UN-Menschenrechts- und Umweltkonventionen „soziale Erwartungen“ und „weiche“ Formen der Regulierung („soft law)“ abgeleitet, die nicht nur bislang ungeklärte Fragen der demokratischen Legitimation des Normierenden und der praktischen Anwendbarkeit sondern auch der Konkurrenz mit staatlichen Rechtsordnungen aufwerfen.

Verstärkt wird die Problematik „weicher“ Regulierungen durch „Light-Verfahren“. Als Beispiel kann hier der Prozess zur Erarbeitung eines Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte zur Umsetzung der UNGP herangezogen werden (Ausführlich dazu Internetseite des Auswärtigen Amts). Der Prozess verfolgt den Anspruch, partizipativ ausgestaltet zu sein und alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen einzubeziehen. In der Diskussion zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte taucht die Anwaltschaft, wenn überhaupt nur am Rande auf. Die Freien Berufe sind als Stakeholder unterrepräsentiert.

Unter der Überschrift Corporate Social Responsibility (CSR) wird in Deutschland eine Vielfalt von Themen seitens der Wirtschafts-, Politik- und Sozialwissenschaften verhandelt. Außen vorgeblieben bzw. wenig durchdacht ist die juristische Dimension. Auf internationaler und europäischer Ebene wird das Thema CSR bereits seit einiger Zeit auch in Bezug auf die Anwaltschaft kontrovers diskutiert. Sowohl in Bezug auf CSR als potentielles Beratungsfeld als auch als Anforderung an die Anwaltschaft selber sind noch viele Fragen offen (vgl. Spießhofer AnwBl 2009, 94-95).

Auf diese Diskussion möchte der DAV Einfluss nehmen, um sicherzustellen, dass der Funktion der Anwaltschaft in der Gesellschaft und den Bedingungen ihrer Tätigkeit bei der Anwendung von CSR-Standards ausreichend Rechnung getragen wird. Insbesondere dürfen kleinere Kanzleien und Einzelanwälte nicht überfordert werden. Darüber hinaus ist es erforderlich, die praktische Relevanz des Themas innerhalb der Anwaltschaft stärker in den Fokus der anwaltlichen Praxis zu rücken und zur anwaltlichen Aus- und Fortbildung beizutragen.

Die in unregelmäßigen Abständen stattfindenden DAV-Foren haben sich zu einer wichtigen Veranstaltungsreihe des DAV entwickelt. Sie dienen dem Meinungsaustausch und sollen rechtspolitische Diskussionen in Deutschland eröffnen und befördern. Sie sind als eintägige Veranstaltungen konzipiert, die regelmäßig von ca. 300 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, Studenten, Referendaren sowie Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft besucht werden. In Vorträgen und einer zentralen Podiumsdiskussion werden verschiedene Teilaspekte des jeweiligen Themas beleuchtet. Die teilnehmenden Referenten und Diskutanten sind dabei Experten auf ihrem Gebiet.

Das DAV-Forum „Corporate Social Responsibility und Compliance“ knüpft an die beiden DAV-Foren Compliance (2010) und Menschenrechte (2013) an und führt die begonnenen Diskussionen unter dem CSR-Blickwinkel fort. Zugleich möchte der DAV die praktische Relevanz des Themas innerhalb der Anwaltschaft stärker in den Fokus der anwaltlichen Praxis zu rücken und zur anwaltlichen Aus- und Fortbildung beitragen.

Dem Thema näherte sich das Forum am 3. Dezember 2015 in vier Blöcken, wobei der vierte Block als „klassische“ Diskussionsrunde ausgestaltet war, wie folgt:

  • Compliance und Corporate Social Responsibility in der unternehmerischen Praxis – von Compliance zu CSR!?
  • CSR und Anwaltschaft
  • Nationaler Aktionsplan "Wirtschaft und Menschenrechte"– Umsetzung der UN Guiding Principles on Business and Human Rights in Deutschland
  • The Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh – ein Pyrrhussieg für die Menschenrechte?

Der „Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh” war Thema einer abschließenden Podiumsdiskussion. Diese Vereinbarung zwischen Bekleidungsherstellern und Gewerkschaften ist in Reaktion auf das Unglück im Rana-Plaza-Gebäude, bei dem weit über 1000 Menschen zu Tode gekommen sind, im Mai 2013 zu Stande gekommen und könnte Modellcharakter haben für Initiativen zur Verbesserung der Lage von Arbeitnehmern in Entwicklungsländern. Die in Deutschland anhängigen Klagen gegen das Textilunternehmen KiK werfen Fragen zu den Erfolgsaussichten von Schadensersatzklagen für im Ausland erlittenes Unrecht auf.

Unsere Referentinnen und Referenten

Lissa Bettzieche, LL.M. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Menschenrechte. Sie arbeitet im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte und ist zuständig für die Beratung des Prozesses der Erstellung eines Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte. Zuvor arbeitete sie am Institut im Bereich Kinderrechte und Entwicklungspolitik und war als Beraterin für das Public Sector Governance Department der Weltbank sowie für die NGO Public International Law & Policy Group tätig.

Dr. Bernhard Felmberg ist Theologe und leitet als Ministerialdirigent die Unterabteilung 11 (Zivilgesellschaft, Kirchen und Wirtschaft in der Entwicklungszusammenarbeit) im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Von 2009 bis 2013 war er als Prälat Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union. Zudem ist er Moderator des Steuerungskreises des über 170 Mitglieder umfassenden Bündnisses für nachhaltige Textilien. Er engagiert sich als Sportbeauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg / Schlesische Oberlausitz und ist in diesem Zusammenhang Seelsorger bei Hertha BSC.

Dr. Margarete Gräfin von Galen ist Fachanwältin für Strafrecht. Sie ist als externe Ombudsperson für Unternehmen tätig sowie Richterin am Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin und vertritt die Berliner Anwaltschaft im Richterwahlausschuss des Landes Berlin. Von 1999 bis 2011 war sie Vorstandsmitglied der Rechtsanwaltskammer Berlin und von 2004 bis 2009 deren Präsidentin. Als Mitglied und Europabeauftragte des DAV-Strafrechtsausschusses hat sie zahlreiche Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben verfasst. Sie berät zudem die Europäische Kommission in Fragen europäischer Strafrechtspolitik. Ebenso ist sie Mitglied des DAV-Ausschusses Corporate Social Responsibility und Compliance und Vertreterin der deutschen Rechtsanwälte im Criminal Law Committee des Council of Bars and Law Societies of Europe (CCBE).

Robert Grabosch, LL.M. (Kapstadt) ist Rechtsanwalt und Wirtschaftsmediator in Berlin. Er berät deutsche, niederländische und internationale Unternehmen im Bereich Handels- und Gesellschaftsrecht. Über besondere Expertise verfügt er in Fragen von Rechtsschutzmöglichkeiten bzw. Haftungsrisiken in Fällen der Umweltschädigungen und Menschenrechtsbeeinträchtigungen durch Unternehmen. Dies betrifft insbesondere das Delikts- und das Wettbewerbsrecht. Er entwickelt CSR-Konzepte und berät über deren Integration in die Satzung, das Tagesgeschäft und die vertraglichen Beziehungen von Unternehmen.

Dr. Verena Haan ist Referentin für Wirtschaft und Menschenrechte in der Abteilung „Länder, Themen & Asyl“ des Sekretariats der deutschen Sektion von Amnesty International. Zuvor war sie u.a. zwei Jahre als Assistant Legal Officer am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda der Vereinten Nationen in Arusha (Tansania) beschäftigt sowie als Referentin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für den Kundus- und den Eurohawk-Untersuchungsausschuss tätig.

Markus Hartung ist Rechtsanwalt in Berlin und Direktor des Bucerius Center on the Legal Profession (CLP). Bis Ende 2007 war er Managing Partner von Linklaters in Deutschland, danach im Bereich Litigation & Arbitration tätig. Er ist auf Konfliktmanagement (Alternative Dispute Resolution, Mediation) sowie auf anwaltliches Berufs- und Haftungsrecht spezialisiert. Außerdem berät er Anwälte und Anwaltssozietäten in strategischen Fragen und Meinungsbildungsprozessen. Er ist seit 2006 Mitglied des DAV-Berufsrechtsausschusses, seit 2011 dessen Vorsitzender. Markus Hartung hält regelmäßig Vorträge zum Thema Leadership, Management und beruflicher Ethik und hat zahlreiche Artikel und Buchkapitel verfasst. Er ist Mitherausgeber und Autor von “Wegerich/Hartung: Der Rechtsmarkt in Deutschland“.

Dr. Christoph E. Hauschka gilt als einer der Wegbereiter der Compliance im Unternehmen. Er arbeitete als Rechtsanwalt und General Counsel bei deutschen und US-Unternehmen, zuletzt als Chefsyndikus bei der Ed. Züblin AG, als Partner bei Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, seit 2007 bei PriceWaterhouseCoopers AG in München. Dr. Hauschka ist Verfasser zahlreicher Veröffentlichungen und Herausgeber bzw. Mitherausgeber von drei juristischen Handbüchern zum Thema Compliance, ist Schriftleiter und Mitherausgeber der Corporate Compliance Zeitschrift (CCZ) sowie Mitglied des Vorstandes des DICO Deutsches Institut für Compliance. Von 2007 bis 2014 war er Vorsitzender des Vorstandes des von ihm gegründeten Netzwerk Compliance e.V.

Prof. Dr. Hans-Jürgen Hellwig ist Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht und Notar a. D. Er ist inaktiver Partner bei Hengeler Mueller und Honorarprofessor für europäisches Gesellschaftsrecht an der Universität Heidelberg. Er ist seit 2002 Mitglied des Company Law Committee des Council of Bars and Law Societies of Europe (CCBE); war überdies Präsident des CCBE, langjähriges Vorstands- und Präsidiumsmitglied des DAV und von 1993 bis 2012 Mitglied des Council der International Bar Association (IBA). Seit 2013 ist er Ehrenmitglied des DAV und Träger der Walter-Oppenhoff-Medaille. Er hat zahlreiche Aufsätze zum Gesellschafts-, Kapitalmarkt- und anwaltlichen Berufsrecht veröffentlicht.

Dr. Wolfgang Herb ist Rechtsanwalt und Vizepräsident der Daimler AG. Er leitet den Bereich Group Chief Compliance. Dr. Herb erwarb zunächst einen Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt. Es folgten Studium der Rechtswissenschaften und Promotion in Tübingen. Ab 1988 arbeitete in der Rechtsabteilung der damaligen Daimler-Benz AG. Im Unternehmen übernahm er zahlreiche Funktionen, insbesondere in den Bereichen gewerblicher Rechtsschutz, Urheberrecht, Motorsport sowie Forschung und Entwicklung. Zuletzt war er Leiter Legal Europe, Middle East, Africa (EMEA) und Daimler Trucks.

Jochen Jütte-Overmeyer ist Rechtsanwalt und berät Unternehmen der Modebranche sowie die Textilverbände GermanFashion und textil + mode im Bereich CSR. Er vertritt zudem die Otto Group als Mitglied des Steering Committees des “Accord on Fire and Building Safety” für Bangladesch. Zuvor war er lange Zeit  European Legal Coordinator und Risk Manager bei C&A Europe und damit u.a. mit  Compliance und CSR in globalen Lieferketten befasst. Später arbeitete er als Direktor für Nachhaltigkeit bei s.Oliver. Er besitzt besondere Fachkenntnisse im Bereich der operationellen Umsetzung von unternehmerischer Verantwortung in den globalen Beschaffungsmärkten.

Ulrich Kelber ist seit Dezember 2013 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz mit dem Arbeitsschwerpunkt Verbraucherschutz. Seit dem Jahr 2000 ist er Bundestagsabgeordneter der SPD. Von 2005 bis 2013 nahm er die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion wahr und koordinierte die Politikbereiche Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie Nachhaltigkeit. Im Rahmen seines umfangreichen gesellschaftlichen Engagement ist er unter anderem als Mitglied des Kuratoriums des HELP - Hilfe zur Selbsthilfe e.V. und der Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF) als auch als Beiratsmitglied des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS) tätig.

 

Foto: Frank Nürnberger

Prof. Dr. Remo Klinger ist Fachanwalt für Verwaltungsrecht in der Berliner Kanzlei Geulen & Klinger, die insbesondere auf Verfahren im Umwelt-, Bau- und Planungsrecht von Infrastrukturanlagen spezialisiert ist. Er ist Honorarprofessor der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde sowie Mitherausgeber und Redaktionsmitglied der Zeitschrift für Umweltrecht (ZUR). Prof. Dr. Remo Klinger ist Mitglied der DAV-Ausschüsse Umweltrecht und Corporate Social Responsibility und Compliance. Vor dem Landgericht Dortmund vertritt er derzeit Geschädigte des Brandes in der Fabrik Ali Enterprises in Karachi aus dem Jahre 2012 gegen das Unternehmen Kik.

Prof. Dr. Stefanie Lorenzen ist Professorin für Wirtschaftsrecht, Arbeits- und Sozialrecht an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Als Rechtsanwältin bei Gleiss Lutz in Berlin sowie als selbständige Rechtsanwältin war sie von 1998 bis 2009 schwerpunktmäßig im Arbeitsrecht tätig. Sie ist Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des Berufsverbands der Compliance Manager (BCM).

Dr. Anja Mengel, LL.M. (Columbia) ist Fachanwältin für Arbeitsrecht und Partnerin der Kanzlei ALTENBURG Fachanwälte für Arbeitsrecht, Berlin. Sie ist seit 1999 auf die Arbeitgeberberatung spezialisiert und war bis 2011 in internationalen Großkanzleien tätig, zuletzt als Leiterin der deutschen Praxisgruppe Arbeitsrecht einer großen US-Kanzlei in Berlin und Frankfurt am Main. Sie hat sehr umfangreich zum Arbeitsrecht und zu Compliance-Themen publiziert und ist seit 2003 Lehrbeauftragte der Bucerius Law School. Sie ist u. a. Mitglied im DAV-Ausschuss „Corporate Social Responsibility und Compliance“, Mitglied im Ausschuss „Arbeitsrecht“ der BRAK, Mitglied des Verbandsausschusses des Deutschen Arbeitsgerichtsverbandes e. V. und Mitglied der Ständigen Deputation des Deutschen Juristentages.

Dr. Andreas Rühmkorf ist Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Merkle & Rühmkorf PartG mbB. Er berät nationale und internationale Unternehmen in allen Fragen mit rechtlichen Bezügen zu CSR, Compliance und zum deutsch-englischen Wirtschaftsrecht. Seit 2008 ist er Lecturer in Law an der University of Sheffield für die Bereiche CSR und internationales Gesellschaftsrecht. Er publiziert in internationalen Fachzeitschriften, insbesondere zu rechtlichen Fragen der CSR und nachhaltigen Zuliefererketten, und hat vor kurzem eine Monographie zu privatrechtlichen Fragen der CSR und globalen Lieferketten veröffentlicht.

Dr. Natascha Sasserath-Alberti ist seit 2010 Leiterin der Abteilung Recht beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Nach einer Promotion in einem europarechtlichen Querschnittsthema (Schadensersatzansprüche von Konkurrenten zur Effektivierung der europäischen Beihilfenkontrolle?) und einer kurzen freien Mitarbeit in einer Berliner Sozietät mit einem Tätigkeitsschwerpunkt im Europäischen Wirtschaftsrecht ist sie seit Ende 2001 hauptberuflich für den GDV tätig. Zunächst arbeitete sie als Referentin in der Abteilung Haftpflicht (Schwerpunkt Umwelt-, Berufshaftpflichtrecht). 2005 übernahm sie die Leitung des Büros des Präsidenten/Hauptgeschäftsführers, das später zum Leitungsstab mit den Bereichen Politik und Ausland erweitert wurde. Neben Publikationen in Fachzeitschriften hat sie die Kommentierung in Langheid/Wandt, Münchener Kommentar VVG, Band 3, 2. Auflage (Versicherungsaufsichtsrecht) übernommen, der 2016 erscheint.

Ulrich Schellenberg ist Notar und Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht sowie für Erbrecht. Seit Juni 2015 ist er Präsident des Deutschen Anwaltvereins, dessen Vorstand er bereits seit 1999 angehörte. Zudem engagierte er sich als langjähriger Vorsitzender des Berliner Anwaltvereins und als Vizepräsident des Bundesverbandes der Freien Berufe.

Dr. Matthias Schmidt, StB, ist Fachreferent für Rechnungslegung und Prüfung beim Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW). Zudem ist er als Country Representative des International Integrated Reporting Council (IIRC) im deutschsprachigen Raum tätig und Mitglied des IIRC Tec hnical Team. Weiterhin vertritt er den IDW im Accounting For Sustainability Accounting Bodies Network und im Integrated Reporting Network der International Federation of Accountants. Er ist Technical Advisor der ESG Reporting Task Force und der ESG Assurance Task Force der Fédération des Experts-comptables Européens. Mitglied ist er zudem in der UNCTAD ISAR Consultative Group sowie einer Expertengruppe des Global Nature Fund zur Naturkapitalbewertung. Promoviert wurde er zum Thema “Möglichkeiten und Grenzen einer integrierten Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung” bei Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg Baetge an der Uni Münster.

Dr. Claudia Seibel ist Rechtsanwältin und Notarin und spezialisiert auf Immobilienrecht und Schiedsgerichtsverfahren. Sie ist DAV-Vizepräsidentin und Mitglied des DAV-Berufsrechtsausschusses. Frau Dr. Seibel vertritt den DAV bei der International Bar Association (IBA) und ist Mitglied der deutschen Delegation und des Deontology Committee beim Council of Bars and Law Societies of Europe (CCBE). Zu Fragen des Immobilien-, Bau- und Planungsrechts sowie zum Immobilienleasing und zu Fondsgestaltungen hat sie umfangreich veröffentlicht.

Dr. Birgit Spießhofer M.C.J. (New York University) arbeitet als Anwältin im Bereich des öffentlichen Wirtschaftsrechts, der Corporate Social Responsibility und der Compliance. Seit 2010 ist sie als Of Counsel im Berliner Büro von Dentons tätig. Zuvor war sie bei Hengeler Mueller, ab 1995 als Partnerin. Im Juni 2009 gründete sie die „Gaemo Group – Corporate Responsibility International“. Sie ist seit 2002 Mitglied des CSR-Committees des Council of Bars and Law Societies of Europe (CCBE), seit 2011 dessen Vorsitzende, und war unter anderem Co-Chair des CSR-Committees der International Bar Association (IBA). Sie ist erste Vorsitzende des im Jahre 2015 gegründeten DAV-Ausschusses Corporate Social Responsibility und Compliance.

Dr. Thomas Voland, LL.M. ist seit 2007 Rechtsanwalt bei Freshfields Bruckhaus Deringer in Berlin und dort Mitglied der Praxisgruppe öffentliches Wirtschaftsrecht. Er ist spezialisiert im deutschen, europäischen und internationalen öffentlichen Recht. Insbesondere beschäftigt er sich mit regulatorischen Fragen in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Energie und Gesundheitswesen. Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit hält er regelmäßig Vorträge und er hat umfangreich publiziert. Dr. Voland ist Mitglied des DAV-Ausschusses Corporate Social Responsibility und Compliance.

Dr. Ursula Weidenfeld ist freie Journalistin, Kolumnistin und Moderatorin in Berlin und Potsdam. Sie arbeitete unter anderem bei der Wirtschaftswoche als stellvertretende Ressortleiterin und beim Tagesspiegel bevor sie 1999 Teil des Gründungsteams der Financial Times Deutschland wurde und das dortige Unternehmens-Ressort leitete. Ende 2001 kehrte sie zum Tagesspiegel zurück und wurde 2004 stellvertretende Chefredakteurin. Von 2008 bis Anfang 2009 war sie Chefredakteurin des Wirtschaftsmagazins Impulse. Seit 2002 ist sie Kolumnistin und Kommentatorin beim Düsseldorfer Handelsblatt, seit 2008 beim Tagesspiegel. Vor kurzem hat sie gemeinsam mit Jan Hiesserich ein Buch veröffentlicht unter dem Titel „Der CEO im Fokus, Lernen von den Besten im Umgang mit der Öffentlichkeit“. Im Wintersemester 2014/15 und im Sommersemester 2015 vertrat sie die Professur für Pressejournalismus am Journalistischen Seminar der Universität Mainz.

Prof. Dr. Stephan Wernicke ist Chefjustitiar des Deutschen Industrie- und Handelskammertages und Honorarprofessor der Humboldt-Universität zu Berlin für Europarecht, Europäisches Wirtschafts- und Wettbewerbsrecht. Er lehrt in Berlin, Zürich und Paris. Er war zuvor Mitglied des Kabinetts des Vizepräsidenten der Europäischen Kommission und als Leiter des Deutschen Richterkabinetts am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg tätig.

Michael Windfuhr ist seit 2011 stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Zuvor war er nahezu 20 Jahre in leitender Funktion bei der internationalen Menschenrechtsorganisation FIAN (Food First Information and Action Network) tätig. Dort war er zunächst für die Fallrecherchen in Lateinamerika zuständig, dann zehn Jahre Vertreter von FIAN bei den Vereinten Nationen und anschließend Generalsekretär. Ab 2006 leitete er beim Diakonischen Werk der EKD das Menschenrechtsreferat. Insbesondere war er hier mit dem Recht auf soziale Sicherheit und dem Zusammenhang von Armut und Menschenrechten befasst.