Bamberger Ausbil­dungs­messe 2015

Am 04.07.2015 veranstaltete der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Bamberg in der brose ARENA, wo nur wenige Wochen zuvor die Basketballer der Brose Baskets ihre siebte Deutsche Meisterschaft feiern durften, die 14. Bamberger Ausbildungsmesse. 124 Betriebe und Institutionen nutzten die Gelegenheit, sich als attraktive Ausbilder und Arbeitgeber zu präsentieren und über eine Vielzahl von Berufsbildern und Perspektiven zu informieren. Trotz tropischer Temperaturen - das Thermometer schaffte es am Nachmittag auf über 35° C im Schatten! - war die Messe mit 2.385 Besuchern (Angabe des Veranstalters) gut frequentiert.

Schon tradi­tionell war auch die Rechts­an­walts­kammer Bamberg mit einem Messe­stand vertreten, dessen Besetzung erneut vom Bamberger Anwalts­verein übernommen wurde. Die Rechtsanwälte Hans-Jörg Lemke, Rainer Riegler, Susanne Drehsen und Thomas Drehsen erläuterten den Messe­be­su­chern, in erster Linie Jugend­liche und ihre Eltern, alles Wissens­werte rund um den Lehrberuf der/des Rechts­an­walts­fachan­ge­stellten, wobei sie von Oberstu­di­enrat Thomas Hein von der Bamberger Berufs­schule und der Rechts­an­walts­fachan­ge­stellten Martina Soos tatkräftig unterstützt wurden. Unter dem Motto „Nach der Schule schon was vor?“ wurden die Ausbildung, insbe­sondere ihre Voraus­set­zungen und ihr Ablauf, die Alltagstätigkeiten in den Kanzleien und die Fortbil­dungsmöglichkeit zum/zur Geprüften Rechts­fachwirt/in näher erklärt.

Auch wenn sich nicht wenige Besucher am Messe­stand einfanden - wohl auch ein Resultat seiner strate­gisch günstigen Position im Eingangs­be­reich der brose ARENA und der verlo­ckenden give aways, die der Deutsche Anwalt­verein zur Verfügung stellte, hat sich der schon im Vorjahr gewonnene Eindruck bestätigt, dass das Interesse an der Ausbildung zur/zum Rechts­an­walts­fachan­ge­stellten nicht unerheblich geringer ist als früher. Die Ursachen hierfür sind, wie man angesichts der aktuellen Zahlen schnell vermuten könnte, wohl nicht nur in der - im Vergleich zu anderen Ausbil­dungs­be­rufen eher beschei­denen - Lehrvergütung zu suchen, sondern auch in der nachlas­senden Bereit­schaft vieler Kolle­ginnen und Kollegen, als Ausbilder zu fungieren. Die zuneh­mende Techni­sierung der Kanzleien und die Fähigkeit nicht nur junger, sondern auch etablierter Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte zum eigenständigen Umgang mit Computern, Anwalts­software und digitaler Spracher­kennung dürfte in den kommenden Jahren immer mehr dazu führen, dass der Bedarf an Rechts­an­walts­fachan­ge­stellten, zumindest in kleinen und mittleren Kanzleien, rückläufig ist. Der Kosten­druck, unter dem nicht wenige Anwälte zu leiden haben, trägt das Übrige dazu bei.

Es steht zu befürchten, dass diese Entwicklung auch durch Ausbil­dungs­kam­pagnen und -initia­tiven, wie von einigen Rechts­an­walts­kammern im Bundes­gebiet immer wieder gestartet, nicht aufzu­halten sein wird. Ob sich der Beruf der/des Rechts­an­walts­fachan­ge­stellten damit als Auslauf­modell erweist, bleibt abzuwarten. An all dieje­nigen, welche diesem Trend entge­gen­wirken wollen, kann nur appel­liert werden, sich im Rahmen der Ausbildung zu engagieren und auch in größerem Umfang als bislang an Veran­stal­tungen wie Ausbil­dungs­messen mitzu­wirken. Denn die Besetzung eines Messe­standes einmal pro Jahr für zwei bis drei Stunden dürfte selbst an einem heißen Samstag durchaus zumutbar sein.