Der DAV erinnert ...

Mahnmal zum Gedenken an die durch den Nationalsozialismus umgekommenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte

Mit dem Mahnmal „Anwälte erinnern" gedenkt der Deutsche Anwaltverein der vornehmlich jüdischen Anwältinnen und Anwälte, die in Deutschland durch den Nationalsozialismus den Tod gefunden haben. Auf einer in einen Garten eingebetteten Plastik sind auf Messingtafeln die Namen von 580 NS-Opfern verzeichnet. Bei weiterer Aufarbeitung der Geschichte können weitere Namen aufgenommen werden.

Für das Gedenken hat der DAV einen Ort mit einem besonderen Konzept geschaffen: Im Innenhof des DAV-Hauses in Berlin steht eine Plastik, eingebettet in einen eigens dafür gestalteten Garten. Zentral von allen Seiten einsehbar steht die Plastik. Wie Buchseiten drehen sich große Flügel aus Metall um eine feststehende Achse.

Im DAV-Haus gibt es eine Dokumentation mit weiteren biographischen Angaben zu den einzelnen Personen und mit einem Hinweis, auf welcher Tafel der Plastik sich der jeweilige Name wiederfindet.
Der Ort ist über einen Durchgang über die Voltairestraße öffentlich zugänglich. Die künstlerische Gestaltung erfolgte durch die in Münster lebende Künstlerin Gro Lühn. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch Dr. Simone Ladwig-Winters.

Bei der Einweihung, an der zahlreiche Repräsentanten aus Gesellschaft und Politik sowie der Anwaltschaft und der Justiz teilgenommen haben, sprachen neben dem DAV-Präsidenten auch die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland Charlotte Knobloch, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier, die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries sowie die Justizsenatorin in Berlin Gisela von der Aue.

Unvergessener Anwalt: Hans Litten

von Dr. Cord Brügmann

 

I. Vorwort

Hans Litten war von 1928-1933 Rechtsanwalt in Berlin. 5 Jahre lang versuchte er, den aufkommenden Nationalsozialismus zu bekämpfen; 5 Jahre lang mußte er deswegen in Zuchthäusern und Konzentrationslagern leiden. Er war einer der Strafverteidiger der Weimarer Republik, die mit großem Engagement und unkonventionellen Methoden die Terrorpraxis der Nationalsozialisten bloßstellten; sogar Hitler wurde von ihm im Zeugenstand in die Enge getrieben. Seine Lebensgeschichte sollte einen prominenteren Platz in der Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus einnehmen.

II. Hans Littens Kindheit

Hans Achim Litten wurde am 19. Juni 1903 in Halle an der Saale als ältester von drei Brüdern geboren. Sein Lebensweg schien durch die Herkunft vorgegeben; doch sollte Hans sich bald von den Plänen seines Vaters lösen:

  1. Der Vater

Der Vater Fritz Litten war Jurist und lehrte ab 1908 an der Universität Königsberg. Zeitweise war er deren Rektor. Aus einer wohlhabenden jüdischen Familie stammend, hatte er sich taufen lassen, da ihm sonst eine Karriere versperrt geblieben wäre. Er hatte einen so guten Ruf als Lehrer, daß der Kronprinz seinen ältesten Sohn von Litten unterrichten ließ; stolz nannte er sich seitdem „Prinzenerzieher“1.

Sein Haus war Treffpunkt vieler „Demokratiegegner aus Angst“, die in der Weimarer Republik eine Staatsform sahen, in der sie ihre Privilegien wieder verlieren würden. Bei ihm verkehrte viel Prominenz, von General Blomberg (später Kriegsminister unter Hitler) bis zu Pfarrer Müller (später NS-Reichsbischof und Führer der nationalsozialistischen „Deutschen Christen“)

Fritz Litten wollte, daß seine Söhne wie er Jura studierten, damit sie in den diplomatischen Dienst eintreten könnten.

  1. Die Mutter

Die Mutter Irmgard Litten entstammte auch dem gehobenen Bürgertum. Als Sproß einer schwäbischen Pfarrer- und Professorenfamilie war ihr allerdings das herrschaftliche gesellschaftliche Leben in den nationalkonservativen Kreisen, in denen sich ihr Mann bewegte, fremd. Ihr großes Interesse lag bei Kunst und Kultur, wofür sie auch ihre Söhne begeistern konnte. Am gesellschaftlichen Leben in Königsberg nahm sie nur ihrem Mann zuliebe teil; ihre Bewunderung galt weniger den Gästen am „Littenschen Hof“, wie sie und ihre Kinder das Haus ihres Mannes spöttisch nannten2, als vielmehr „großen Frauen wie Rosa Luxemburg“.

Als der Vater im Krieg war, lag die Erziehung der Kinder ganz in den Händen der Mutter. Sie bemerkte und förderte schon früh Hans „fanatisches Gerechtigkeitsgefühl“; sie war es, die ihn verstand (und verteidigte), wenn er als Kind wieder einmal für einen Bettler Essen aus der Küche weggenommen und ihn mit „Herr“ angeredet hatte3.

Zu Beginn des 1. Weltkriegs, Hans war gerade Gymnasiast geworden, teilte er noch die allgemeine Kriegsbegeisterung. Aber schon im Alter von 13 Jahren bewirkte das, was er im Umfeld des Krieges sah, eine Umkehr in seinem Denken: der Grundstein für seine spätere sozialistische und pazifistische Einstellung wurde gelegt4.

Hans Litten begann aufzubegehren. Er erlebte in der Schule die Ablehnung der Weimarer Demokratie bei vielen im Gedankengut des Kaiserreichs gefangenen Lehrern. Die Intoleranz gegenüber Freunden der Republik war ihm unverständlich. Nur dem Einfluß seines Vaters war es zu verdanken, daß er nicht der Schule verwiesen wurde. So beispielsweise nach einer Diskussion, ob in seiner Schule ein Bild Hindenburgs aufgehängt werden sollte. Er sagte nur, er sei schon immer dafür gewesen, Hindenburg aufzuhängen5.

  1. Die Brüder

Die beiden Brüder machten die Kunst zum Beruf. Heinz studierte zunächst wie Hans Jura; sein Promotionsthema „Die Änderung des Bühnenwerkes durch die Aufführung“6 zeigte aber schon, wo seine eigentlichen Interessen lagen: Er wurde Theaterregisseur. Der jüngste, Rainer, machte Karriere als Schauspieler7.

III. Jugendbewegung/Zuwendung zum Judentum

Die Jugendbewegung der 20er Jahre übte einen entscheidenden Einfluß auf das Denken Hans Littens aus. Einmal bildete sich dort sein politisches Bewußtsein heraus, zum anderen lernte er Max Fürst kennen, der sein bester und engster Freund werden sollte.

Beide gehörten dem radikalen Flügel der Königsberger jüdischen Jugendbewegung an, der sich nach einem Gedicht aus dem Bauernkrieg8 „Schwarzer Haufen“ nannte. Im Gegensatz zu anderen deutsch-jüdischen Gruppen war der Schwarze Haufen radikal antibürgerlich9.

„Zwischen Stefan George, Karl Marx und Lenin suchten wir unseren Weg“ schrieb Max Fürst 1973 in seinen Lebenserinnerungen10 und schilderte weiter, wie sie im Schwarzen Haufen einander moderne Kunst nahebrachten, den Blick für politische Zusammenhänge schärften, sich mit Nationalismus jeder Art genauso wie mit dem Judentum und anderen Religionen, mit Philosophie und Pädagogik auseinandersetzten11. Aber: „Wir waren kein Diskussionsklub, alles war mit dem Leben verflochten, und unfertig wie wir waren auch die Ergebnisse“12.

In diese Zeit fällt auch Hans Littens Entdecken seines Judentums: „... Hans betonte sein Judentum und ging (seinem Vater) zum Tort mit Hut und Gebetbuch am Schabbes durch die Stadt in die Synagoge“13.

Die Radikalität dieser „politisierten Königsberger Abweichler“ führte 1927 dazu, daß sie mit weiteren ca. 250 Anhängern aus anderen Städten aus der Gesamtorganisation der Jugendbewegung ausgeschlossen wurden14.

Es ist schwierig, die Ideologie der Gruppe, die Hans Litten so stark prägte, zu charakterisieren. Eine politische Zuordnung ist wohl nicht möglich, die Auseinandersetzung mit vielen Denkrichtungen und der Versuch, einen eigenen Weg zu finden jenseits der etablierten Gesellschaft, aber doch verwurzelt in der jüdisch-bürgerlichen Kultur Königsbergs war wohl bestimmend15.

IV. Studienzeit

„Hans ... wollte Hafenarbeiter werden, als sein Vater ihn zwang, Jura statt Kunstwissenschaften zu studieren“16. In seinem Tagebuch findet sich der Satz: „Als sich der Ochs im Paradies langweilte, erfand er die Jurisprudenz“17.

Trotzdem begann Hans Litten sein Jurastudium in Berlin. Er studierte mit der gleichen Intensität, mit der er auch andere Aufgaben in Angriff genommen hatte. Als Jurastudent in Berlin und München erlebte er, wie Politik und (Straf-) Justiz im Deutschland der Weimarer Republik sich immer mehr von seinem eigenen hohen Gerechtigkeitsideal entfernten. Die ungesühnten Verbrechen im Zuge des Kapp-Putsches 1920, der Hitler-Prozeß 1924 u. v. m. ließen ihn schon früh die Gefahr erkennen, in der sich Deutschland befand.

Die Nachsicht, mit der Rechtsradikale von der Justiz behandelt wurden und die Schwierigkeiten, die ihre Gegner und Opfer vor Gericht hatten, weckten in ihm schon bald den Entschluß, Rechtsanwalt zu werden.

Auch während seines Studiums war Hans Litten außerhalb der Universität aktiv. Er kümmerte sich intensiv um Themen wie Jugenderziehung und gründete mit seinem Freund Max Fürst, der nun auch in Berlin wohnte, eine Jugendberatungsstelle, die neben dem Jugendamt eine unabhängige Beratung für Jugendliche in Not bieten sollte. Hier sollten Jugendliche Jugendliche beraten, und nur dann, wenn professionelle Hilfe vonnöten war, sprangen Ärzte, Psychologen oder Stellenvermittler ein18.

V. Beruflicher Werdegang

Nach hervorragenden Examina lehnte Hans Litten lukrative Angebote aus dem Reichsjustizministerium genauso ab wie eine Stelle in einer gutgehenden Anwaltskanzlei. Er wollte „keinen Moment damit verschwenden“19, nur an seine finanzielle Absicherung zu denken.

1928 wurde er in Berlin zum Anwaltsberuf zugelassen und trat in die Kanzlei Dr. Ludwig Barbaschs ein20.

Schon 1929 erregte er Aufsehen, als er nach der blutigen Niederschlagung der Berliner Maikundgebungen gegen den sozialdemokratischen Polizeiprasidenten Zörgiebel Strafanzeige wegen Anstiftung zum Mord in 33 Fällen erstattete21. Vorher hatte ein „Ausschuß zur Untersuchung der Berliner Maivorgänge“, dem neben Litten unter anderen auch Persönlichkeiten wie Heinrich Mann, Alfred Döblin und Carl von Ossietzky angehörten, die Vorfälle aufzuklären versucht22.

Schnell machte Litten sich einen Namen als Strafverteidiger, besonders für Opfer von Nationalsozialisten. Er bewahrte aber stets seine politische Unabhängigkeit, war kein Kommunist, sah sich selbst eher als links von der KPD stehenden Anarchist23 und proletarischen Anwalt24.

Als ihn einmal ein Kollege, nachdem er herausgefunden hatte, daß sie sehr ähnliche politische Anschauungen hatten, fragte: „Sollen wir zwei nicht eine Partei gründen?“, lachte Litten nur und antwortete: „Zwei sind für meine Partei schon zuviel25.

Litten verteidigte viele Sozialisten und Kommunisten, besonders für die „Rote Hilfe“, einen der KPD nahestehenden Arbeiterschutzverein. Da er es aber ablehnte, die Verfahren auf dem Rücken seiner Mandanten zu politisieren, weil er nicht Märtyrer schaffen, sondern Freisprüche erzielen wollte26, machte er sich bei den organisierten Kommunisten nicht nur Freunde.

Zwar wollte Hans Litten die Verfahren, in denen er als Verteidiger oder Nebenklagevertreter auftrat, nicht zu „Schauprozessen“ machen; das Wohl seiner Mandanten war ihm immer das Wichtigste27. Litten verstand es aber sehr wohl, in Gerichtsverfahren vor dem immer stärker werdenden Nationalsozialismus zu warnen; er führte den Terror der Nationalsozialisten vor und versuchte so, eine größere Öffentlichkeit wachzurütteln. Dadurch wurde er schon vor 1933 zu einem Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Litten war ein unermüdlicher Arbeiter. Oft arbeitete er bis in die frühen Morgenstunden. Wenn Margot Fürst, die Frau von Max Fürst, die in der Kanzlei als Sekretärin arbeitete, um 3.00 Uhr morgens aufhörte zu arbeiten, kam er erst um 6.00 Uhr nach Hause in die Wohnung, die er sich mit der Familie Fürst teilte. Gegen Ende machten politische Prozesse ca. 3/4 seiner Arbeit aus, aber auch in Zivilprozessen war er genauso akribisch und gut vorbereitet: seine Aktenkenntnis war immer ein bißchen besser als die der Richter. An Zivilrechtsfällen war er nie so recht interessiert. Daher plante Margot Fürst, Jura zu studieren, um ihn in seiner anwaltlichen Tätigkeit in diesem Bereich zu entlasten. Neben ihrer Arbeit bereitete sie sich daher morgens 2-3 Stunden auf die Abiturprüfung vor; Latein- und Griechisch-Unterricht erhielt sie bei Hannah Arendt 28.

  1. Edenpalastprozeß

Als ein Beispiel für einen wichtigen Prozeß Hans Littens soll hier der Edenpalastprozeß29 erwähnt werden.

In diesem Prozeß gegen SA-Leute wegen versuchten Totschlags in drei Fällen, Landfriedensbruch und Körperverletzung vertrat Litten deren Opfer, Teilnehmer einer Versammlung des Arbeiter-Wandervereins „Falke“ im Berliner Tanzpalast Eden. Auf Antrag Littens wurde Hitler am 8. Mai 1931 als Zeuge geladen und zu dem Fragekomplex vernommen, ob es sich bei dem (SA-) „Sturm 33“ um ein Rollkommando handelte und ob dessen Einsatz im Edenpalast mit Kenntnis der Parteileitung sowie dem Ziel angeordnet worden war, auch Menschen zu töten.

a. Exkurs: Der Legalitätseid Hitlers.

Wenige Monate vorher, im September 1930, war Hitler schon einmal als Zeuge vor Gericht gestanden. Im „Ulmer Reichswehrprozeß“30 gegen Offiziere wegen Vorbereitung des Hochverrats (Verbindungsaufnahme zur NSDAP zur Bildung geheimer Zirkel in der Reichswehr) vernahm das Gericht Hitler – ohne zwingende Notwendigkeit – zu der Frage, ob die NSDAP ihre Ziele ausschließlich auf legalem Wege verfolge. Hitler hatte Gelegenheit, einen „Legalitätseid“ zu leisten, in dem er unter anderem die SA als Organisationen „geistiger Aufklärung“ beschrieb oder seinen Ausspruch „Köpfe werden rollen“ als Beschreibung einer „geistigen Revolution“ erklärte. Nach der Machtübernahme auf verfassungsmäßigen Wege, so machte Hitler allerdings auch deutlich, „wird ein deutscher Staatsgerichtshof kommen, und der November 1918 wird seine Sühne finden, und es werden Köpfe rollen“. Der Vorsitzende blockte sogar Versuche des Staatssekretärs im Innenministerium Zweigert, Material des Innenministeriums zur Terrorpraxis der Nazis vorzulegen, ab31.

Dieses Gewährenlassen Hitlers durch den Vorsitzenden war wie viele ähnliche Gerichtsverfahren ein Baustein auf dem Weg der Anerkennung Hitlers als „seriösen Politiker“ und „Staatsmann“.

b. Hitlers Vernehmung im Edenpalastprozeß.

Litten wollte es dem Zeugen Hitler nicht so einfach machen. Er warf ihm Terrortaktik vor und trieb ihn mit eigenen Zitaten zwei Stunden lang so in die Enge, daß Hitler zuletzt gezwungen war, seine Verfassungstreue (mit einem Meineid) zu beschwören.

Noch lange nach diesem Prozeß sollte Hitler sich an diesen für ihn blamablen Auftritt erinnern; für Litten sollte er furchtbare Folgen haben. Seine Zeugenvernehmung soll hier ausschnittsweise dokumentiert werden.

c. Auszüge aus der Befragung.

„Litten: (...) Ist Ihnen bekannt, daß in den Kreisen der SA von einer besonderen ,Rollkluft’ gesprochen wird?

Hitler: Von einer Rollkluft habe ich nichts gehört. (...)

Litten: Sie sagten, daß von seiten der nationalsozialistischen Partei keine Gewalttaten unternommen werden. Hat nicht Goebbels die Parole ausgegeben: Man müsse den Gegner zu Brei zerstampfen?

Hitler: Das ist so aufzufassen, daß man die gegnerische Organisationen erledigen und vernichten muß. (...)

(Der Vorsitzende verliest eine von Litten formulierte Frage:) War Hitler, als er Goebbels zum Reichspropagandaleiter machte, die Stelle aus dessen Buch bekannt, wo Goebbels erklärt, daß vor dem Umsturz nicht zurückgeschreckt werden dürfe, das Parlament gesprengt und die Regierung zum Teufel gejagt werden sollte und wo der Aufruf zur Revolution im Sperrdruck wiedergegeben wurde?

Hitler: Ich kann heute nicht mehr unter Eid aussagen, ob ich das Goebbelssche Buch damals gekannt habe. Die These (...) ist gänzlich ohne Parteiwert, denn die Broschüre trägt nicht das Parteiabzeichen und ist auch nicht parteiamtlich sanktioniert. (...)

Litten: Muß es an dem Beispiel Goebbels gemessen nicht in der Partei die Auffassung erwecken, daß es mit dem Programm der Legalität nicht weit her ist, wenn Sie einen Mann wie Goebbels nicht rügten oder ausschlossen, sondern gerade zum Reichspropagandaleiter machten?

Hitler: Die ganze Partei steht auf legalem Boden und Goebbels (...) ebenfalls. (...) Er ist in Berlin und kann jederzeit hergerufen werden.

Litten: Ist Herrn Goebbels die Weiterverbreitung seiner Schrift untersagt worden?

Hitler: Das weiß ich nicht“.

(Nachmittags kam Litten auf dieses Thema zurück.)

Litten: Ist es richtig, daß die revolutionäre Zeitschrift Goebbels, ,Das Bekenntnis zur Illegalität’ jetzt von dem Parteiverlag übernommen ist und eine Auflage von 120000 erreicht hat? (...) Ich habe nämlich festgestellt, daß die Broschüre von der Partei sanktioniert ist. (...)

Vorsitzender: Herr Hitler, Sie haben tatsächlich in der Vormittagsverhandlung ausgesagt, daß Goebbels Schrift nicht parteioffiziös sei.

Hitler: Das ist sie auch nicht. Parteiamtlich ist eine Schrift dadurch, daß sie das Hoheitszeichen der Partei trägt. Im übrigen müßte über diese Dinge der Propagandachef gehört werden und vor allem Hitler brüllt mit hochrotem Kopf:) Wie kommen Sie dazu, Herr Rechtsanwalt, zu sagen, das ist eine Aufforderung zur Illegalität? Das ist eine durch nichts zu beweisende Erklärung!

Litten: Wie ist es möglich, daß der Parteiverlag die Schrift übernimmt, die im klaren Gegensatz zur Parteirichtung steht?

Vorsitzender: „Das hat mit diesem Prozeß nichts zu tun“.

  1. Felseneck-Prozeß

In den Jahren 1931/32 trat Hans Litten in weiteren Prozessen auf, in denen es um Gewalttätigkeiten der Berliner SA (besonders des berüchtigten SA-Sturmes 33) ging.

So zum Beispiel im Felseneck-Prozeß im August 1932:

Angeklagt waren 5 Nationalsozialisten und 19 Bewohner der Laubenkolonie Felseneck, einer Arbeitersiedlung, in denen Kommunisten und Sozialdemokraten wohnten. Im Januar 1932 war es dort zu einer Schießerei gekommen, in deren Verlauf ein SA-Mann und ein Kommunist getötet worden waren.

Der unbequeme Verteidiger Litten wurde aus diesem Prozeß kurzerhand ausgeschlossen, ohne daß es hierfür eine gesetzliche Grundlage gegeben hätte. Allerdings wurde dieser Beschluß durch das Kammergericht aufgehoben, worauf sich der Vorsitzende und der Berichterstatter der Strafkammer für befangen erklärten und der Prozeß zunächst nicht fortgesetzt werden konnte.

Kurze Zeit später kam es wieder zum Ausschluß Littens durch ein neubesetztes Schwurgericht aufgrund der Behauptung, Litten habe Zeugen unzulässig beeinflußt. Diesmal bestätigte das Kammergericht die Ausschlußverfügung; es erklärte außerdem Ermittlungen des Verteidigers während Hauptverhandlungen generell für unzulässig.

Das führte zu einem Aufruhr in der Berliner Anwaltschaft; Litten fand Unterstützung auch bei ihm gar nicht wohlgesonnenen Anwälten. Die Kammerversammlung der Berliner Anwaltschaft forderte sogar eine Änderung der StPO, um eine solche Beschneidung fundamentaler Verteidigerrechte künftig von vornherein auszuschließen32.

Von nun an sah sich Litten dauernd Angriffen der nationalsozialistischen Presse ausgesetzt: „Rot-Mord-Verteidiger“33, „Legt dem Anarchisten endlich das unsaubere Handwerk“34! sind nur zwei Zitate, die zeigen, daß Hans Litten für die Nationalsozialisten in ihrem „Legalitätskurs“ ein ernstzunehmender und gefährlicher Gegner geworden war. Litten konnte nur noch unter Bewachung in der Öffentlichkeit auftreten.

  1. Röntgenstraßen-Prozeß

1932 lag die Weimarer Demokratie schon in ihren letzten Zügen; seit Jahren war mit Notverordnungen regiert worden. Die NSDAP hatte in den Wahlen vom 31. Juli 1932 230 Reichstagsmandate gewinnen können und wurde damit zur stärksten Fraktion. Mittlerweile war sie für die konservativen Eliten in Deutschland ein ernstzunehmender Verhandlungspartner.

Am 29. August 1932 kam es vor einem SA-Lokal in der Röntgenstraße 12 zu einem Überfall auf eine Gruppe Arbeiter; zwei SA-Leute wurden verletzt, einer getötet. Angeklagt wurden vor einem Sondergericht neun der kommunistischen Arbeiter, unter anderem wegen Totschlags aus politischen Motiven. Darauf stand aufgrund des Notverordnungsrechts die Todesstrafe.

Auch hier konnte Litten aufgrund kraftaufreibender umfangreicher Recherchen darstellen, daß die nationalsozialistischen Zeugen nicht die Wahrheit gesagt hatten; es waren SA-Leute, die ihre eigenen Männer verwundet bzw. erschossen hatten.

Alle Angeklagten wurden freigesprochen35.

VI. Machtübernahme der Nationalsozialisten

Als am 30. Januar 1933 Hitler vom Reichspräsidenten Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde, jubelten die Massen. Während eine große Zahl von Juristen wie so viele Menschen in Deutschland die neuen Machthaber beglückwünschten36, war für andere das eingetreten, was sie gefürchtet und zu verhindern versucht hatten.

Freunde Hans Littens und seine Mutter hatten schon seit dem Felseneck-Prozeß versucht, ihn zur Emigration zu bewegen. Seine Reaktion: „Die Millionen Arbeiter können nicht heraus, also muß ich auch hier bleiben“37!

a. Verhaftung.

Nur vier Wochen nach der Machtübernahme, am 27. Februar 1933, brannte der Reichstag in Berlin. Für die Nationalsozialisten war das ein Vorwand, mit der „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“38 Grundrechte außer Kraft zu setzen. Noch in den frühen Morgenstunden des 28. Februar wurde Hans Litten verhaftet und einen Tag später mit seinem Sozius Ludwig Barbasch 39 und anderen ins Gefängnis Spandau verbracht.

Eine Woche zuvor hatte Margot Fürst ihr zweites Kind geboren. Trotzdem versuchte sie, die Kanzlei nicht verwaisen zu lassen. Aber niemand der (befreundeten) Anwälte wollte das Risiko auf sich nehmen, einzuspringen40. Anfangs durfte sie noch mit dem „Schutzhäftling“ Hans Litten sprechen und mit ihm telefonieren, um zumindest die wichtigsten Geschäfte weiterzuführen.

Während Hans Litten hilflos im Gefängnis saß, versuchten Freunde und Familie, einen Anwalt zu finden, der ihn verteidigen würde. Alle hatten entweder Angst oder keine Chance, etwas für ihn auszurichten41.

b. der Leidensweg durch die Konzentrationslager beginnt.

Wenige Wochen nach seiner Verhaftung, Anfang April 1933, wurde Hans Litten ins KZ Sonnenburg eingeliefert; in seinem Transport befanden sich auch der anarchistische Publizist Erich Mühsam 42 und der Herausgeber der Weltbühne, Carl von Ossietzky 43.

Zu Beginn war für Hans Littens Mutter und Freunde der Begriff „Schutzhaft“ noch beruhigend. Schnell erkannten sie jedoch, daß sie Grund zur Sorge haben mußten: Als bekannter und gefürchteter Gegner der Nationalsozialisten war Litten im Konzentrationslager nicht nur dem Hohn und Spott der Bewacher ausgeliefert, er wurde auch körperlich so furchtbar mißhandelt, daß ihn sogar seine Mitgefangenen nicht sehen durften44.

Mit schweren Beinverletzungen, einer Kieferfraktur, Knochenhautentzündung, herausgebrochenen Zähnen, einem verletzten Mittelohr und einer Augenverletzung, die nie mehr heilen sollte45, stand er nach kurzer Haftzeit schon vor dem Aus.

Litten wurde auf Drängen seiner Mutter nach Spandau zurückverlegt. Dort versuchten die Bewacher aus Litten Informationen über den Felseneck-Prozeß herauszupressen; damit sollten die in dem Verfahren freigesprochenen linken Arbeiter zur Strecke gebracht werden.

Eines Morgens titelten die Morgenzeitungen: „Hans Litten gesteht: Beihilfe zum Mord“. Litten hatte nach schweren Folterungen zugegeben, einen Mann im Felseneck-Prozeß verteidigt zu haben, von dem er gewußt hätte, er wäre schuldig am Mord eines SA-Mannes.

Nach diesem erzwungenen „Geständnis“ schrieb Litten einen Brief an die Gestapo, in dem er wahrheitsgetreu sagte, seine Aussage sei nur unter Zwang zustande gekommen, daß sie nicht wahr sei und daß er sie jetzt widerrufe.

Litten wußte, was ihn erwarten würde, bekämen seine Peiniger ihn nun noch einmal in ihre Finger. Nachdem er diesen Brief geschrieben hatte, versuchte er, sich das Leben zu nehmen.

Er wurde halbtot gefunden; nach Aussage seines Arztes sollte er nur deshalb gerettet werden, weil man ihn weiter vernehmen wollte46

c. Der Kampf um Littens Freilassung.

Irmgard Litten versuchte mit aller Kraft, ihren Sohn frei zu bekommen. Ihre vielen Kontakte aus der Königsberger Zeit sollten aber nicht helfen. Reichswehrminister Blomberg, Prinz Wilhelm von Preußen, Reichsbischof Müller, Furtwängler, sogar Reichsjustizminister Gürtner oder der damalige Staatssekretär Freisler konnten nichts ausrichten. Von Freisler ist überliefert, daß er berichtete: „Niemand wird etwas für Litten tun können. Hitler lief rot an, als er nur den Namen hörte“47. Den Kronprinzen brüllte Hitler an: „Jeder, der sich für Litten einsetzt, kommt in ein Konzentrationslager, selbst wenn Sie das wären“48!

Irmgard Litten beschrieb ihre Versuche so: „Die anständigen (unserer Bekannten) waren einflußlos, die meisten von ihnen selbst gefährdet. Von den anderen, die schnell, bevor es zu spät war, zu den Nazis übergelaufen waren, war keine Hilfe zu erwarten“49.

Jeder Versuch seiner Mutter, in Deutschland für ihren Sohn Hilfe zu finden, war zwecklos. Auch mehrere Versuche namhafter Juristen und Politiker aus England, die sich um die Freilassung Littens bemühten, scheiterten. Nach einer Petition von zahlreichen englischen Juristen im Oktober 1935 antwortete Außenminister Ribbentrop einem der Mitunterzeichner, dem konservativen Politiker Lord Allen of Hurtwood, ausführlich und begründete die weitere Inhaftierung Littens mit der großen Gefahr, die Litten als einer der „geistigen Anführer des Kommunismus“ immer noch für Deutschland darstellte50.

Auch die Mitarbeiterin Hans Littens, Margot Fürst, bemühte sich, ihm zu helfen. Nachdem es ihr verboten worden war, ihn weiterhin zu besuchen, wollte sie sich sogar vorübergehend von Max scheiden lassen und Litten heiraten, um irgendeine Möglichkeit des Kontakts zu schaffen51.

Sie und Max versuchten, Hans aus dem Konzentrationslager befreien zu lassen. Margot Fürst nahm Kontakt auf mit zwei SA-Männern, von denen sie gehört hatte, sie wären in Wirklichkeit Kommunisten, und bereitete mit ihnen alles für eine Befreiung vor. Die „SA-Männer“ waren aber Gestapo-Spione. Margot und Max Fürst wurden selbst verhaftet; Max Fürst kam ins KZ Oranienburg, seine Frau saß lange im Gefängnis. Nach ihrer Entlassung verließen die Fürsts Deutschland52.

d. KZ Esterwegen und Lichtenberg.

Litten wurde Ende Oktober 1933 ins Zuchthaus Brandenburg verlegt und saß wochenlang in Einzelhaft, bevor er im Januar 1934 ins KZ Esterwegen überstellt wurde. Trotz seines schlechten Gesundheitszustands mußte er genauso hart arbeiten wie seine Mithäftlinge. Nach einem schweren Arbeitsunfall war er für eine kurze Zeit im Krankenhaus Papenburg, wo sich sein Gesundheitszustand zumindest ein wenig besserte.

Mitte 1934 wurde Hans Litten ins KZ Lichtenberg eingewiesen. Er sollte dort über drei Jahre bleiben. Nach anfänglichen Mißhandlungen stabilisierte sich seine Situation etwas. Hans Litten arbeitete in der Buchbinderei und in der Lagerbibliothek, wo er sich auch seinen kunstgeschichtlichen Studien widmen konnte. Wenn es möglich war, hörte er sonntags Musik im Radio, besonders die Musik von Bach, die er sehr liebte53.

Von seinen Mithäftlingen wurde er sehr geschätzt: nicht nur wegen seines unglaublichen Wissens: Besonders waren seine Mithäftlinge angetan von seiner inneren Stärke und seinem Mut.

Ein Mithäftling beschrieb z. B., wie beeindruckt er und seine Kameraden davon waren, daß Hans Litten bei einer von der SS angeordneten Feier trotz vieler SS-Männer im Publikum unerschrocken ein Lied rezitierte, das ihm in der Zeit der Jugendbewegung sehr wichtig geworden war. Die SS-Männer haben wohl den Sinn dieses Liedes nicht erfaßt. Es war das Lied „Die Gedanken sind frei“54.

Solche Beispiele für einen nach außen hin ungebrochenen Geist war in der Welt des Konzentrationslagers unbeschreiblich wichtig, um die Hoffnung, daß irgendeinmal eine bessere Zeit kommen würde, aufrechtzuerhalten und sich nicht aufzugeben.

e. KZ Dachau.

Im Sommer 1937 wurde Litten ins KZ Buchenwald verlegt. Wenige Wochen später begann der letzte Teil seines Leidenswegs; er wurde am 16. Oktober 1937 ins KZ Dachau eingeliefert. In Block 6, dem sogenannten „Judenblock“, wo jüdische Häftlingen besonderen Schikanen ausgesetzt waren, sollte er von Beginn an in den Selbstmord getrieben werden.

f. Das Ende.

„Wegen Verbreitung von Greuelnachrichten über das Konzentrationslager Dachau durch die Juden im Ausland werden wir hier isoliert und haben bis auf weiteres Postsperre. Hans Litten.“ Diesen Brief mußte Litten Ende November 1937 nach Hause schreiben, genauso wie alle anderen jüdischen Häftlinge des KZ Dachau55. Mehrmals wurde über den „Judenblock“ die Isolation verhängt, weil so Auslandsberichte über Mißhandlungen gestoppt werden sollten.

Unter schrecklichen Lebensbedingungen versuchten die Häftlinge, ihren Mut nicht sinken zu lassen und sich gegenseitig wieder aufzubauen. Litten beeindruckte seine Mithäftlinge auch im KZ Dachau durch sein unglaubliches Wissen; so konnte er stundenlang Rilke zitieren, als ob er die Gedichte eben erst auswendig gelernt hätte. Zu vielen Themen konnte er Interessantes beisteuern, so daß ein reger geistiger Austausch stattfand, der für die isolierten Häftlinge lebensnotwendig war. Daß es ihm aber in Wirklichkeit schlecht ging, haben manche geahnt. Wie schlimm es um ihn stand, wußte wohl nur er selbst.

Vor der Isolierung hatte er so hart arbeiten müssen, daß er einen Zusammenbruch erlitten hatte, der ihn ins Krankenrevier des KZ Dachau führte. Auch nach der Isolierung mußte er bei niedrigen Wintertemperaturen im Freien arbeiten, was häufige Ohnmachtsanfälle zur Folge hatte56.

Nach fast fünf Jahren in mehreren Gefängnissen und Konzentrationslagern hatte Hans Litten keine Kraft mehr. In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1938 wurde er von seinen Mithäftlingen erhängt aufgefunden.

VII. Schluß

Gleich nach Littens Tod verließ seine Mutter mit ihrer Familie Deutschland. Irmgard Litten gelangte nach England, wo sie eine führende Rolle im Widerstand gegen den Nationalsozialismus spielte. 1940 erschien ihr Bericht über den Kampf, den sie mit Max und Margot Fürst und anderen um Littens Freilassung führte.

Nach 1945 ging Irmgard Litten nach Bayern, schon kurze Zeit später aber verließ sie Westdeutschland wieder und zog nach Ost-Berlin, weil sie das Gefühl hatte, dort freundlicher aufgenommen zu werden57.

Die Fürsts fühlten sich in Palästina, wo sie die Kriegsjahre über Zuflucht gefunden hatten, nie so recht zuhause.

Dieser Artikel erschien erstmals im AnwBl 1998, 75-81.

Mehr zu Hans Litten finden Sie auf: www.hans-litten.de

 

Seit 2010 verleiht der Deutsche Anwaltverein jährlich den Maria-Otto-Preis an herausragende Rechtsanwältinnen, aber auch an Personen oder Organisationen, die sich in besonderem Maße um die Belange von Frauen in Beruf, Justiz, Politik und Gesellschaft verdient gemacht haben oder eine besondere Vorbildfunktion für Anwältinnen innehaben.

Benannt ist der Preis nach Rechtsanwältin Dr. Maria Otto. Diese ist 1922 nach einer Gesetzesänderung durch das Bayerische Staatsministerium der Justiz als erste deutsche Anwältin in München zugelassen worden.

Wer war Dr. Maria Otto?

Am 12. Dezember 1922 vor 93 Jahren wurde Maria Otto als erste Rechtsanwältin Deutschlands zugelassen. Was heute eine Selbstverständlichkeit ist, war damals eine kleine Revolution. Denn auch wenn 1922 die Frauen uneingeschränkt zu den juristischen Berufen zugelassen wurden, grenzt es fast schon an ein Wunder, dass mit Inkrafttreten der Regelung Maria Otto über ein bestandenes zweites Staatsexamen verfügte. Die Autorin schildert den Kampf von Maria Otto um die Zulassung zur zweiten Staatsprüfung und zur Anwaltschaft. Zugleich beschreibt der Beitrag das Berufsleben von Maria Otto. Der Deutsche Anwaltverein hat 2010 seinen Anwältinnenpreis nach Maria Otto benannt. Weiterlesen...

Siehe auch Beitrag im Anwaltsblatt: "Die Kandidatin – oder: Wie Maria Otto erste deutsche Anwältin wurde, Ein Portrait der Namensgeberin für den DAV-Anwältinnenpreis" von Thomas Ramge, Berlin, AnwBl 2010, 315-316.

Preisträgerinnen

2017 Rechtsanwältin Daad Mousa, Syrien

2016 Rechtsanwältin Regina Götz und Rechtsanwältin Undine Weyers, Berlin

2014 Rechtsanwältin Laurel G. Bellows, Chicago

2013 Vorsitzenden des Vereins Anwältinnen ohne Grenzen e.V.:

  • Jasmina Prpić, LL.M., Rechtsanwältin aus Bosnien-Herzegowina (Vorsitzende)
  • Regina Schaaber, Rechtsanwältin aus Freiburg (stellvertretende Vorsitzende)
  • Siba Irsheid, Rechtsanwältin aus Spanien (stellvertretende Vorsitzende)

2011 Rechtsanwältin Renate Damm, Hamburg

2010 Rechtsanwältin Dr. Gisela Wild, Hamburg