Eröffnung des Brüsseler DAV-Büros

Mit dem Inkrafttreten des Vertrags von Amsterdam am 2. Oktober 1997 setzte sich eine Entwicklung fort, die in den zurückliegenden Jahren mit Macht vorangeschritten war: die Verlagerung der Gesetzgebungskompetenz von den europäischen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) auf die supranationalen Organe der EU. Mehrere bedeutende Organe der EU, die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Rat der EU (Ministerrat), haben ihren Hauptsitz in Brüssel. Die belgische Hauptstadt ist damit zugleich die inoffizielle Hauptstadt der EU. Nahezu alle politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Entscheidungsprozesse, die gesamte EU betreffend, spielen sich hier ab.

Um diese Prozesse vor allem aus rechtspolitischer Perspektive unmittelbar wahrnehmen und einordnen zu können und um in Brüssel die Stimme der deutschen Anwaltschaft zu vertreten und einzubringen, eröffnete der DAV 1997 eine Repräsentanz in Brüssel. Aufgabe des DAV-Büros ist es, das Gespräch mit den relevanten EU-Institutionen zu suchen und Gremien, Ausschüsse und Mitgliedschaft des DAV über wesentliche Entwicklungen auf europäischer Ebene zu informieren. Im Mittelpunkt stehen dabei das Anwaltsrecht, Fragen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie sämtliche Gesetzgebungsprozesse, die den Rechtschutz der Bürger berühren. Die Eröffnung des Brüsseler DAV-Büros, das sich heute in der Rue Joseph II 40 in Laufweite zu den wichtigsten EU-Institutionen befindet, war ein wichtiger Schritt, der die rechtspolitische Arbeit des DAV um die stetig an Bedeutung gewinnende europäische Komponente ergänzte.

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