Stuttgart/Berlin (DAV). Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung am 25. Juni 2014 wurde das Ehrenzeichen der Deutschen Anwaltschaft zweifach vergeben. Mit dem Ehrenzeichen der Anwaltschaft werden Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte geehrt, die sich in besonderem Maße um die Anwaltschaft verdient gemacht haben.
Ausgezeichnet wurden:
Rechtsanwältin Dr. Gudrun Doering-Striening, Essen
und
Rechtsanwalt JR Dr. Hans Albert Braunbeck, Mainz.
Im Einzelnen:
Rechtsanwältin Dr. Gudrun Doering-Striening, Essen
Dr. Gudrun Doering-Striening hat sich schon früh dafür eingesetzt, dass Anwältinnen und Anwälte sich entlang der Bedürfnisse ihrer Mandanten spezialisieren müssen. So wurde zum Beispiel das Seniorenrecht als eigenständiges Tätigkeitsgebiet erschlossen. Besondere Verdienste hat sie sich auch im Bereich der Opferrechte erworben. Als 2010 das Thema sexueller Kindesmissbrauch verstärkt öffentliche Wahrnehmung erfuhr, erklärte sie sich ohne zu zögern bereit, als Vertreterin des Deutschen Anwaltvereins am Runden Tisch der Bundesregierung zum sexuellen Kindesmissbrauch mitzuarbeiten. Eine bessere Vertreterin hätte sich die Anwaltschaft nicht wünschen können. Mit ihrer Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären und aus ihren Erfahrungen mit Beispielen half sie nicht nur, die Sicht der anwaltlichen Praxis nachhaltig in der konkreten rechtspolitischen Diskussion einzubringen. Sie gab damit Politik und Öffentlichkeit einen wahrhaftigen Blick auf die gesellschaftliche Bedeutung von Anwältinnen und Anwälten in diesem Gebiet und darüber hinaus. Ihre engagierte Mitarbeit im Bereich der Opferrechte setzte und setzt sich in Nachfolgeinstitutionen des Runden Tisches und in der vom DAV eingesetzten Task-Force „Anwalt für Opferrechte“ fort.
Studiert hat Dr. Doering-Striening in Bochum und vollendete ihr Studium 1982 in Frankfurt am Main. Nach drei Jahren als Assistentin am Lehrstuhl für öffentliches Recht und einer erfolgreichen Dissertation zum Opferentschädigungsgesetz vollendete sie ihr Referendariat 1989. Sie war als Anwältin in Essen von Anfang an im Sozialrecht tätig, später kamen das Familienrecht und das Erbrecht hinzu. Sie engagierte sich über lange Jahre beim Weißen Ring und war von 2004 bis 2012 die stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des DAV.
Rechtsanwalt JR Dr. Hans Albert Braunbeck, Mainz
Herausragend ist seine Tätigkeit als Anwalt und seine ehrenamtliche Tätigkeit als Vorsitzender des Rheinhessischen Anwaltvereins Mainz e.V. (seit 1998). Daneben hat er sich weiterhin berufspolitisch außerordentlich engagiert. Von 1984 bis 1991 war er ehrenamtlicher Richter des Anwaltsgerichts. Ab 2000 war er dann erster Vorsitzender des ersten Senats des Anwaltsgerichtshofs Rheinland-Pfalz. Von 2004 bis 2012 war er Präsident des Anwaltsgerichtshofs Rheinland-Pfalz. Dr. Braunbeck ist ein äußerst erfahrener und von der Anwaltschaft in Rheinland-Pfalz und deutlich über die Landesgrenzen hinaus anerkannter und geschätzter Anwalt. Sein Engagement hat seinen festen Platz innerhalb des DAV. Seine Aktivitäten als Vorsitzender des Anwaltvereins und die Unterstützung anderer Anwaltvereine bei der Durchsetzung ähnlicher Projekte hat Vorbildcharakter.
Dr. Braunbeck, geboren 1945, wurde 1976 zur Anwaltschaft zugelassen und ist seither Anwalt mit Leib und Seele.
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