DAV-Depesche Nr. 14/17

1. Die Anwaltschaft wird älter: Stirbt der Generalist aus?

Über das Alter deutscher Anwältinnen und Anwälte hat bisher niemand nachgedacht. Doch inzwischen ist der Strom der Nachwuchsjuristen versiegt. Damit steigt auch das Durchschnittsalter: Bei Anwälten liegt es bei 52 Jahren, bei Anwältinnen bei 45 Jahren. Und noch ein Ergebnis des Soldan Instituts: Der Generalist könnte einfach aussterben. Mehr Zahlen dazu finden Sie im Anwaltsblatt.

2. Anwaltsverzeichnis 2017/2018: Bitte aktualisieren Sie Ihre Daten jetzt!

Im Herbst 2017 wird eine Neuauflage des Anwaltsverzeichnisses erscheinen. Bis zum 27. April 2017 können Sie Ihre büro- und berufsbezogenen Daten überprüfen und für den Abdruck im Anwaltsverzeichnis aktualisieren. Dafür steht Ihnen bequem unsere DAV-Online-Plattform zur Verfügung.

3. DRB-Menschenrechtspreis an vietnamesischen Rechtsanwalt verliehen

Der DRB-Menschenrechtspreis wurde am gestrigen Mittwoch an den vietnamesischen Rechtsanwalt Nguyen Van Dai verliehen. Van Dai setzt sich seit über einem Jahrzehnt für die Menschenrechte, religiöse Minderheiten und für die politische Bildung in Sachen Demokratie und Menschenrechte in Vietnam ein. Er konnte den Preis nicht persönlich annehmen, da er seit dem 16. Dezember 2015 in Untersuchungshaft sitzt. In Vietnam ist dies gleichbedeutend mit Isolation. So hat er unter anderem keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Inhaftiert wurde er wegen seiner Arbeit als Menschenrechtsanwalt. Seiner Frau wurde die Ausreise kurzfristig verwehrt. Seit 1991 verleiht der Deutsche Richterbund regelmäßig einen Menschenrechtspreis. Überwiegend werden Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ausgezeichnet. Zur Pressemitteilung des DRB.

4. „Der gläserne Mensch“ – Richtertag in Weimar eröffnet

Mit einer kämpferischen Rede hat der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes Jens Gnisa gestern den 22. Deutschen Richter- und Staatsanwaltstag in Weimar eröffnet. Deutlich wurde in seiner Rede, dass den Deutschen Richterbund (DRB) viele Themen beschäftigen, zu denen sich der DAV ähnlich positioniert. Ausdrücklich hob er das gemeinsame Engagement des DRB und des DAV hervor, sich für die Einhaltung rechtstaatlicher Grundsätze in der Türkei einzusetzen. Deutliche Kritik übte Gnisa auch an den „üblichen Reflexen“ der Politik mit dem Rufen nach schärferen Sicherheitsgesetzen. Er plädiert vielmehr - wie der DAV auch - für eine konsequente Anwendung der bestehenden Rechte und wendet sich ebenso gegen die Fußfessel für Gefährder, wie auch gegen eine überbordende Ausweitung der Videoüberwachung.

5. Wegfall des Sanierungserlasses im Insolvenzrecht neu regeln

Das größte Branchentreffen im Insolvenzrecht, der 14. Deutsche Insolvenzrechtstag ist vergangene Woche mit einer Rekordbeteiligung zu Ende gegangen. Bei der von der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung des DAV organisierten Veranstaltung sprach unter anderem auch Bundesminister Maas. In einer Pressekonferenz wurde positiv Bilanz über das ESUG gezogen. Auch wurde im Hinblick auf den EU-Richtlinienentwurf die Chance höher bewertet. Zur Pressemitteilung. Nach einer Entscheidung des BFH fällt der Sanierungserlass weg. Positiv wird bewertet, dass das Bundesministerium der Finanzen angekündigt hat, hier rasch eine Regelung zu finden.

6. DAV gegen Ausweitung der elektronischen Fußfessel

Der DAV lehnt die geplante Erweiterung der elektronischen Aufenthaltsüberwachung auf verurteilte extremistische Täter ab. In seiner Stellungnahme Nr. 31/2017 kritisiert er vor allem, dass die Maßregel auf Delikte ausgeweitet wird, die weit in das Vorbereitungsstadium hineinreichen. Außerdem könne das Tragen einer Fußfessel einen zum Handeln entschlossenen Terroristen nicht von der Begehung eines terroristischen Anschlags abhalten.

7. DAV organisiert Einführungskurs ins deutsche Recht

Bereits zum zweiten Mal organisiert der DAV zusammen mit der NOAB (Kammer der niederländischsprachigen Rechtsanwälte in Brüssel), mit dem CPO (The Centre for Professional Legal Education, Nimwegen) sowie wie mit dem DAV Belgien und dem DAV Niederlande einen Einführungskurs ins deutsche Recht. Ausländischen Kollegen soll es damit erleichtert werden, durch Grundkenntnisse im deutschen Recht auf deutsche Kollegen in grenzüberschreitenden Rechtssachen zuzugehen. Eine Win-Win Situation für beide Seiten, die zur Steigerung des grenzüberschreitenden Rechtsverkehrs führen wird. Die Kurssprachen sind Deutsch und Englisch. Die Module finden in Amsterdam und Brüssel statt. Das erste Modul findet am 18. und 19. Mai 2017 statt, gefolgt von Modulen im November 2017 sowie Januar, März und Mai 2018. Anmeldungen sind online hier möglich.

8. Deutsches Recht ist Garant für Wirtschaftskraft

– erfolgreiches „Law – Made in Germany“-Symposium in München

Nachfrage nach Expertise deutscher Juristen steigt international. Wenn globale Marktführer miteinander kooperieren und Neues entsteht, braucht es auch verlässliche Rechtsrahmen. Dass die Rechtswahl am Ende hoch emotional sein kann, berichteten Rechtsanwälte aus den Rechtsabteilungen internationaler Konzerne – und warum das deutsche Recht nicht immer zum Zug kommt, obwohl es vor allem für Rechtsklarheit und -sicherheit steht und somit für Unternehmen ein echter Wettbewerbsvorteil sein kann. Das DAV-Symposium stand unter Schirmherrschaft des bayerischen Justizministers Prof. Dr. Winfried Bausback und zog 90 Teilnehmer aus dem In- und Ausland an.

9. Der 68. Deutsche Anwaltstag 2017 vom 24. bis 26. Mai 2017 in Essen – Programmpunkte

Hier finden Sie einige Veranstaltungen kurz beschrieben. Über das gesamte Programm und die Zeitpunkte können Sie sich hier informieren.

Sozialrecht: Legal Tech im Sozialrecht und Innovationen bei Sozialversicherungsträgern und den Sozialgerichten

Freitag, 26. Mai 2017 um 13:30 Uhr bis 15:30 Uhr im Saal Berlin (Messe West)

Sind Legal Tech und technische Innovationen und „unser“ Sozialrecht Gegensätze, zwei Seiten einer Medaille, „wir“ auf „die anderen“ angewiesen? Wie Legal Tech und technische Innovationen sich mit dem Sozialrecht vertragen, wollen wir mit Vertretern von Legal Tech-Unternehmen, einer Vertreterin der Deutschen Rentenversicherung Bund, einem Richter am Hessischen Landessozialgericht sowie anwaltlichen Kolleginnen und Kollegen diskutieren. Vielleicht finden wir Antworten, die über „unser“ Sozialrecht hinaus, von Bedeutung sind.

DAV-Ausschuss RVG und Gerichtskosten: RVG-Workshop: Aktuelles bei der Abrechnung nach dem RVG

Freitag, 26. Mai 2017 um 14:00 Uhr bis 17:30 Uhr im Advo Tec 1 (Messe West)

In der anwaltlichen Praxis kommt man auch in Zeiten von LegalTech an der Abrechnung nach dem RVG kaum vorbei. Umso wichtiger, hier den Überblick zu behalten. Mit einem Streifzug durch die aktuellen Entwicklungen bei den wichtigsten Gebührenproblemen geben die Gebührenexperten des DAV-Ausschusses im traditionellen RVG-Workshop wertvolle Tipps. So rechnen Sie optimal und vor allem richtig ab. Mit den Antworten auf Ihre Vergütungsfragen bleiben Sie auch im RVG auf der Höhe der Zeit!

Das komplette Programm und alle weiteren Informationen rund um den DAT sowie die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Sie unter www.anwaltstag.de. Tagesaktuelle Neuigkeiten und Informationen finden Sie bei Facebook.

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