DAV-Depesche Nr. 26/22

Anwaltsberuf

Die interprofessionelle Sozietät: Anwaltskanzlei „all inclusive“?

Fachübergreifende Expertise für die Mandantschaft: Mit der großen BRAO-Reform wird vieles für Anwält:innen ab dem 1. August 2022 leichter. Welche klassischen Kooperationsformen es gibt, was die Reform an neuen Chancen bietet, wie der Kreis der sozietätsfähigen Berufe vergrößert wird und was das für Haftung und Versicherung bedeutet, erläutert das Anwaltsblatt kurz und knapp. Lesen Sie, wie Sie zum Alleskönner werden können, ohne Alleskönner sein zu müssen.

Information

Verfolgte Anwaltschaft: UN-Sonderberichterstatter veröffentlicht Bericht zur weltweiten Bedrohung von Anwält:innen

Der UN-Sonderberichterstatter für die Unabhängigkeit von Richtern und Rechtsanwälten, Herr Diego García-Sayán, hat seinen aktuellen Bericht zum Schutz von Rechtsanwälten vor ungerechtfertigter Einmischung in die freie und selbständige Ausübung des Rechtsberufs auf der 50. Sitzung des UN-Menschenrechtsrates am 21. Juni in Genf vorgestellt. Über diesen konnte er auch kürzlich als Keynote Speaker beim DAT 2022 in Hamburg berichten. Den nun veröffentlichten OHCHR-Report im Volltext können Sie hier abrufen, die DAV-Stellungnahme im vorausgegangen Konsultationsverfahren finden Sie hier.

Rechtspolitik

Die Polizei darf nicht alles: DAV hält SOG M-V in weiten Teilen für verfassungswidrig

Der DAV hält die Verfassungsbeschwerden gegen das Sicherheits- und Ordnungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern (SOG M-V) weitgehend für begründet. In der Stellungnahme des DAV durch seine Ausschüsse Verfassungsrecht und Gefahrenabwehrrecht gegenüber dem Bundesverfassungsgericht wird im Detail herausgearbeitet, warum das Polizeigesetz im Vorfeld konkreter Gefahren bei der Quellen-Telekommunikationsüberwachung und der Online-Durchsuchung zu weit geht und beim Kernbereichsschutz zu eng ist.

Deutscher Anwaltstag 2022

Der Anwaltstag 2022 in Hamburg ist zu Ende: Eindrücke und Botschaften

Es war ein Anwaltstag, der im Zeichen des Wandels stand: Neue Freiheiten im Berufsrecht durch die große BRAO-Reform, aber auch die rechtlichen und moralischen Herausforderungen, die ein Krieg in Europa mit sich bringt (lesen Sie hierzu die Festrede von Gerhart Baum: „Was der Ukrainekrieg für unsere Gesellschaft bedeutet“). Ob Digitalisierung in der Kanzlei oder Generationenwechsel – was beim Anwaltstag 2022 in Hamburg diskutiert wurde, lesen Sie im Anwaltsblatt.

Information

International Fair Trial Day 2022 – gemeinsames Statement zur Lage der ägyptischen Anwaltschaft

Im Rahmen der diesjährigen Konferenz zum jährlichen International Fair Trial Day vom 17. bis 18. Juni in Palermo zum Fokusland Ägypten wurde eine vom DAV mitgezeichnete Erklärung zahlreicher internationaler Anwaltsorganisationen vorgestellt, in der die besorgniserregende derzeitige Situation von Kolleg:innen in Ägypten angemahnt wird. Weitere Informationen zum Solidaritätsaufruf finden Sie auch hier. Ko-Preisträger des im Rahmen des ITFD verliehenen Ebru Timtik Awards war in diesem Jahr der prominente ägyptische Anwalt Mohamed El-Baqer.

Presseschau

Der DAV in ausgewählten Medien

In der vergangenen Woche tauchte der DAV in insgesamt 449 Pressemeldungen auf – auch diesmal drehte sich vieles um den Anwaltstag:

Das NDR Hamburg Journal (Beitrag ab Minute 15:49) berichtet über den Start des Anwaltstags. DAV-Präsidentin Edith Kindermann spricht über die sinkenden Eingangszahlen bei den Zivilgerichten, bei gleichzeitig geäußerter Überlastung der Justiz – zurückzuführen sei dies unter anderem auf die zunehmende Komplexität der Sachverhalte.

Einen Rückblick auf den Anwaltstag, speziell in puncto Digitalisierung, liefert LTO. So habe Präsidentin Kindermann bei der Tagung mehrfach betont: „Wir brauchen keine Insellösungen, sondern bundesweit eine einheitliche Technik, zum Beispiel für Videokonferenzen.“ Auch Beck-aktuell greift das Thema Digitalisierung auf.

Warum der DAV für die Bildung von Kanzleinetzen wirbt, hat sich Beck-aktuell angeschaut. Kanzleien könnten etwa die Nutzung von Geräten und IT-Tools sowie Tätigkeiten von Dienstleistern organisieren, etwa Telefondienst oder IT-Dienstleistungen. Kanzleinetze könnten dabei für alle Kanzleiformen und Kanzleigrößen von Vorteil sein, hebt DAV-Hauptgeschäftsführerin Dr. Sylvia Ruge hervor: „Nicht nur kleine Einheiten können von den Rationalisierungsmöglichkeiten profitieren. Gerade die zunehmende Digitalisierung erfordert spezielles Know-how, insbesondere in puncto Technik und Arbeitsabläufe.“

Das Handelsblatt (Print/Abo) veröffentlicht das halbjährliche Ifo-Beraterklima und hat auch den DAV um eine Prognose für die Anwaltschaft gegeben. Hauptgeschäftsführerin Dr. Sylvia Ruge ist überzeugt, dass die Anwaltschaft auch in unsicheren Zeiten Sicherheit geben könne, betont aber: „Anwaltskanzleien, die den Wettbewerb annehmen und flexibel auf die Bedürfnisse der Mandantinnen und Mandanten reagieren, haben auch in Krisenzeiten gute Aussichten.“ Unter Druck würden Anwälte geraten, die nicht mit dem Wandel gingen.

Libra berichtet von der Anwaltstag-Veranstaltung „Diversität der Anwaltschaft – vielfältig aber gemeinsam“. Dr. Oliver Islam, Vorstandsmitglied im Hamburgischen Anwaltverein, erzählt, dass ihm während seiner juristischen Ausbildung Vorbilder gefehlt hätten. Allerdings stelle er mittlerweile ein gesellschaftliches Umdenken fest, sodass selbst „die Führungsebene merkt, dass Diversität der Weg in die Leistungsfähigkeit ist.“

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