DAV-Depesche Nr. 34/26

Interessenvertretung

Initiativ-Stellungnahme zur Reform der Kanzleipflicht

Eine BGH-Entscheidung aus dem Dezember hat die berufsrechtliche Diskussion zur Frage der Kanzleipflicht neu entfacht. Der DAV sieht die Erforderlichkeit, die Kanzleipflicht in ihrer bisher traditionellen Ausgestaltung der veränderten Lebenswirklichkeit anzupassen und mithin auch auf die Digitalisierung zu reagieren. Mit einer Initiativ-Stellungnahme schlägt er eine Neufassung des § 27 Absatz 1 BRAO vor, die die erforderliche Flexibilität erreichen soll, ohne die allgemeinen anwaltlichen Berufspflichten auszuhöhlen oder gar zu entwerten.

Anwaltspraxis

Als Anwältin auf dem Beifahrersitz

Während Schriftsätze ausgefeilt und Strategien geplant werden, schlägt die Mandantschaft per einfacher E-Mail ans Gericht eigenmächtig zu: Ein Vorgang, der für die Anwältin nicht mehr zu korrigieren war, wie der VGH München nun klargestellt hat.

Information

Digitalisierung der Justiz – Interviewpartner für die nächste Konzeptionsphase gesucht

Die Digitalservice GmbH des Bundes möchte die Anwaltschaft einbinden bei der Entwicklung von neuen Online-Justizangeboten, die sich auch an Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte richten sollen. Aktuell in Planung sind eine Kommunikationsplattform sowie ein Eingabesystem zur Generierung strukturierter Daten. Wenn Sie Zeit und Interesse haben, sich dabei einzubringen, können Sie sich hier unverbindlich anmelden und Ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisieren. Für die Teilnahme ist keinerlei Vorerfahrung mit Onlinediensten oder eine Vorbereitung nötig. In maximal einstündigen Interviews nach individueller Absprache werden Ihnen beispielsweise frühe Entwürfe oder Klick-Prototypen gezeigt und Fragen zum anwaltlichen Alltag gestellt.

Ihre Mitgliedschaft

Verlosung: Freikarten für „Staatsschutz“

Der DAV verlost 10 x 2 Freikarten für den Kinofilm „Staatsschutz“ unter den Mitgliedern der örtlichen Anwaltvereine. „Staatsschutz“ ist ein packender Film von Regisseur Faraz Shariat, der die junge Staatsanwältin Seyo Kim (Chen Emilie Yan) in ihrer ersten Anstellung begleitet. Nach einem rassistischen Brandanschlag ändert sich für Seyo alles, und sie ringt, auch mit Unterstützung ihrer Anwältin, um Gerechtigkeit. Unter ständiger Bedrohung kämpft Seyo für die Integrität des Rechts – mit allen Mitteln und nicht nur vor Gericht. Ab dem 27. August nur im Kino! Hier geht es zum Trailer und hier zur Verlosung.

Sie wollen „Staatsschutz“ bei einer eigenen Veranstaltung zeigen oder ein Screening für ihren Anwaltverein veranstalten? Melden Sie sich gerne bei presse@anwaltverein.de und wir bringen Sie mit der Agentur in Kontakt.

Information

Vielfalt als Zukunftsfrage der Anwaltschaft

Das Soldan Institut hat sich mit der Frage befasst, inwieweit die Anwaltschaft die gesellschaftliche Vielfalt widerspiegelt, und Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte mit Migrationshintergrund in den Blick genommen. Prof. Dr. Matthias Kilian, Direktor des Instituts für Anwaltsrecht der Universität zu Köln und Direktor des Soldan Instituts, berichtet im Anwaltsblatt.

Information

Defending the Rule of Law: What the Legal Profession Owes Democracy

„Dictator Hunter“ Reed Brody explains how political pressure is wielded against lawyers and why resistance, collective strength and pro bono advocacy are now essential on both sides of the Atlantic.

Information

Zukunft des Gesellschaftsrechts: Die „EU Inc.“ zwischen Vision und Wirklichkeit

Auf dem Deutschen Anwaltstag 2026 in Freiburg diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Notariat, Anwaltschaft, Wissenschaft und Politik mit Prof. Dr. René Repasi (S&D-Fraktion) – Berichterstatter des Europäischen Parlaments – über den Vorschlag zur EU Inc. der Europäischen Kommission.

Presseschau

Der DAV in ausgewählten Medien

Vergangene Woche wurde der DAV in insgesamt 411 Medienberichten erwähnt – hier eine kleine Auswahl:

Wer Taufpate ist, muss sich im Todesfall der Eltern um das Kind kümmern – ist an diesem Mythos etwas dran? Eva Becker, Vorsitzende des Ausschusses Familienrecht, erläutert in der Mitteldeutschen Zeitung (via dpa), dass kirchliche Traditionen wie Patenschaften keinerlei Auswirkungen auf das Zivilrecht hätten. Dabei könnten Taufpaten natürlich durchaus Vormund eines Kindes werden. „Das müssen allerdings Eltern oder der alleinerziehende Elternteil in einer Verfügung festlegen.“ In einer sogenannten Sorgerechtsverfügung könne auch geregelt werden, dass unverheiratete Partner:innen des alleinerziehenden Elternteils Sorgerecht erhalten sollen – oder auch, wer auf gar keinen Fall die Vormundschaft übernehmen soll.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ist 20 Jahre alt geworden. Bei der anstehenden Reform kritisiert der DAV unter anderem, dass weiterhin am Begriff „Rasse“ festgehalten wird, wie die FAZ (Abo; frei über MSN.com) berichtet. „Der Begriff ist historisch belastet und reproduziert abwertende Narrative. Antidiskriminierungsgesetze auf Landesebene verzichten aus guten Gründen darauf“, so Tatjana Meyer, stellvertretende Leiterin Medien. Der DAV fordert deshalb, den Begriff zu streichen und den Schutz vor Benachteiligungen künftig an die „ethnische Herkunft“ zu koppeln. Auch Beck-aktuell greift das Thema auf.

In einem Gastbeitrag im Kölner Stadtanzeiger verteidigt Dr. Jörg Alvermann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Sportrecht (und Vizepräsident des 1. FC Köln), die 50plus1-Regel.

Olaf Jaeger, Präsident des Saarländischen Anwaltvereins und ehemaliges DAV-Vorstandsmitglied, hat neben zwei anderen saarländischen Rechtsanwälten den seltenen Ehrentitel „Justizrat“ für jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement in der anwaltlichen Selbstverwaltung und für die Rechtspflege im Saarland erhalten, wie das Newsportal Homburg1 berichtet.

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