DAV-Depesche Nr. 48/20

Interessenvertretung

RVG-Anpassung: Bundestag will Gesetz beschließen – was macht Bundesrat?

Morgen will der Bundestag die RVG-Anpassung beschließen. Nach der Beschlussempfehlung des Rechtsausschusses gibt es im RVG keine wesentlichen Änderungen. Neu ist: Die Freibeträge bei der PKH werden sinken. Ob der Bundesrat das Gesetz passieren lässt, wird dann der 18. Dezember 2020 zeigen. Alle Details hat das Anwaltsblatt.

Interessenvertretung

Verbraucherschutz im Inkassorecht: Änderungen in RVG und BRAO kommen

Ende des Jahres muss alles schnell gehen: Der Rechtsausschuss im Bundestag hat sich gestern auch mit dem Verbraucherschutz im Inkassorecht abschließend befasst. Im Plenum stehen die 2. und 3. Lesung am Freitag an. Es bleibt bei den von der Anwaltschaft stark kritisierten Änderungen im RVG und in der BRAO. Damit werden die Vergütung für Inkassodienstleistungen sowie die Einigungsgebühr herabgesetzt. Weitergehende Informationspflichten in § 43d BRAO sollen eingeführt werden. Näheres berichtet das Anwaltsblatt.

Anwaltspraxis

Herausgabeanspruch von Handakten verjährt nach drei Jahren

Sind drei Jahre nach Mandatsende rum, kann der Anwalt oder die Anwältin die Herausgabe der Handakte verweigern. Das hat der BGH klargestellt. Warum die Akten dann gleichwohl nicht im Reißwolf landen sollten, erläutert das Anwaltsblatt.

Information

Update: Die Reformen 2021 im Anwaltsrecht – viel Lob, wenig Kritik

Das Kölner Institut für Anwaltsrecht hat die Reformpakete zum Anwaltsrecht bewertet: Es gab viel Lob für die große BRAO-Reform. Kritik gab es bei der Liberalisierung des Erfolgshonorars. Wie die Jahrestagung ablief und was das Bundejustizministerium dort alles verraten hat, lesen Sie im Anwaltsblatt. Dauerbrenner in der Diskussion ist inzwischen die Ausdehnung der Interessenkollision auf „sensibles Wissen“. Warum die Regelung verfehlt ist und wie es besser geht, erläutert Martin Diller im Anwaltsblatt.

Rechtspolitik

StPO-Reform und Geldwäsche: DAV kritisiert Verschärfungen

Trotz zweier größerer Reformgesetze zur StPO in den vergangenen Jahren hält der Gesetzentwurf zur Fortentwicklung der StPO erneut eine Anpassung des Strafverfahrens an „die sich ständig wandelnden […] Rahmenbedingungen“ für notwendig. Mit der Stellungnahme Nr. 80/20 kritisiert der DAV aus dem Potpourri der vorgesehenen Änderungen besonders die erneute Ausweitung von Eingriffsbefugnissen unter Beschränkung von Beschuldigtenrechten sowie die Änderungen im Einziehungsrecht.

Die im Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der strafrechtlichen Bekämpfung der Geldwäsche geplante Erfassung aller Straftaten als Geldwäschevortat und die vorgesehene Strafbarkeit der leichtfertigen Begehung beanstandet der DAV mit Stellungnahme Nr. 83/20 als unverhältnismäßig und verfassungsrechtlich bedenklich. Die beabsichtigten Änderungen führen aus Sicht des DAV nicht zu einer effektiveren Geldwäschebekämpfung.

Information

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Presseschau

Der DAV in ausgewählten Medien

LTO berichtet, dass sich die Große Koalition nun doch auf eine RVG-Anpassung zum 1. Januar 2021 geeinigt hat und zitiert den DAV mit durchwachsener Freude. Man sei von Anfang an gegen eine gleichzeitige Erhöhung der Gerichtskosten gewesen, denn: „Das Prozesskostenrisiko darf nicht zu hoch werden. Auch Menschen mit geringem Einkommen müssen sich den Zugang zum Recht leisten können.“

Die Westdeutsche Zeitung widmet sich der elektronischen Akte, wie sie das Wuppertaler Landgericht derzeit einführt. Hardo Siepe, Vorstandsvorsitzender des Wuppertaler Anwaltsvereins, sieht viele Vorteile für Kanzleien, insbesondere Flexibilität und Effizienz. Die Umstellung sei jedoch auch mit Investitionen für Technik und Schulung verbunden.

Johannes Schipp, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht, erläutert für die dpa (hier übernommen von der Frankfurter Rundschau), inwieweit Kurzarbeit Auswirkungen auf die Berechnung von Elterngeld hat.

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