Berlin/Karlsruhe (DAV/SFR). Bei den Zivilgerichten gehen immer weniger Verfahren ein – so stellte es zuletzt das Bundesjustizministerium fest. Der Deutsche Anwaltverein (DAV) und die Stiftung Forum Recht werfen am 17. Oktober einen gemeinsamen Blick auf mögliche Ursachen, (digitale) Lösungen und die Rolle der Anwaltschaft.
Die deutsche Ziviljustiz verzeichnet einen eklatanten Klagerückgang. Dies geht aus einem aktuellen Bericht des Bundesministeriums der Justiz (BMJ) hervor. Doch warum wird weniger geklagt? Könnte der Rückgang der Klagebereitschaft mit dem Zugang zum Rechtssystem – und möglicherweise einem mangelnden Verständnis darüber – zusammenhängen? Diesen und weiteren Fragen widmet sich die gemeinsame Diskussionsveranstaltung der Stiftung Forum Recht und des DAV.
„Wir wollen dazu die Rolle der Anwält:innen thematisieren, die als Bindeglied zwischen Rechtsuchenden und der Justiz die notwendigen Weichen stellen können“, so DAV-Hauptgeschäftsführerin Dr. Sylvia Ruge. Dr. Stephan Nikolaus Barthelmess, stellvertretender Direktor der Stiftung, betont: „Wir müssen auch unseren Blick darauf richten, welche Rolle strukturelle Ungleichheiten und soziale Faktoren bei der Entscheidung spielen, die eigenen Rechte einzufordern.“ Diskutiert werden soll außerdem, ob Zugangshindernisse mit Hilfe digitaler Anwendungen, also Legal-Tech-Lösungen überwunden werden können.
Auf dem Podium diskutieren Monika Nöhre (Präsidentin des Kammergerichts a.D. und Mitautorin des BMJ-Abschlussberichts), Marco Klock (Gründer des Legal-Tech-Unternehmens rightmart) und Rebecca Richter (DUNKEL RICHTER Rechtsanwältinnen) mit Moderator Ulrich Schellenberg über die verschiedenen Möglichkeiten, den Zugang zum Recht für alle zu verbessern.
Wie kann der Zugang zu Recht gerechter werden?
Dienstag, 17. Oktober 2023, 18:00 Uhr
DAV-Haus, Littenstraße 11, 10179 Berlin
Weitere Infos und Anmeldung (bis 16. Oktober)
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Kommentare