Berlin/Erfurt (DAV). Beim Deutschen Juristentag (djt) 2026 in Erfurt wird über eine Reform der juristischen Ausbildung diskutiert. Dies begrüßt der Deutsche Anwaltverein (DAV). Viele Forderungen gehen in die richtige Richtung, sind aber noch nicht ausreichend. Der DAV fordert, das Studium und das Referendariat jetzt zu modernisieren und praxisnäher zu gestalten.
Die juristische Ausbildung muss dringend an das 21. Jahrhundert angepasst werden. Deshalb begrüßt der DAV, dass sich nun auch der djt mit der juristischen Ausbildung beschäftigt. Das Thema stand bereits auf der Tagesordnung der Justizministerkonferenz (JuMiKo) und des Deutschen Anwaltstages im Juni 2026.
„Eine Reform ist mehr als notwendig. Weniger Prüfungsstoff, mehr Methodenlehre, integriert in alle Rechtsgebiete, um deren praktische Anwendung zu vermitteln, kritisch-reflektiven Umgang mit Künstlicher Intelligenz erlernen und die Prüfung zeitlich entzerren sind Maßnahmen, die kurz- bis mittelfristig umgesetzt werden sollten“, sagt DAV-Hauptgeschäftsführerin und Rechtsanwältin Dr. Sylvia Ruge.
Referendariat reformieren
Ein weiterer wichtiger Baustein: die Reform des Referendariates. Das Referendariat muss praxisnäher werden.
„Der anwaltliche Alltag mit Verhandlungen, dem Führen von Behörden- und Mandantengesprächen, wirtschaftlichen Aspekten und strategischer Beratung ist im Referendariat meist nur unzureichend abgedeckt“, sagt Dr. Ruge. Dabei sei der Fokus auf Kompetenzen wie Verhandlungsmanagement, Rhetorik, Mediation, Vernehmungslehre wichtig – nicht nur in der Anwaltsstation.