Berlin (DAV). Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hat den Maria-Otto-Preis 2024 an das Leipziger Anwältinnen-Trio Susette Jörk, Ina Feige und Nadine Maiwald verliehen. Die Jury hebt ihr besonderes anwaltliches und soziales Engagement hervor.
Die Rechtsanwältinnen Susette Jörk, Ina Feige und Nadine Maiwald sind seit 2003 gemeinsam im Leipziger Anwältinnenbüro als Generalistinnen auf den Gebieten des Familien-, Arbeits-, Sozial-, Straf-, Verkehrs- sowie Vertragsrechts tätig. „Ihre Tätigkeit blieb nicht ohne Wirkung“, betont DAV-Präsidentin Dr. h.c. Edith Kindermann. „So geht das bahnbrechende Grundsatzurteil des Bundesarbeitsgerichts zur Lohngleichheit und Beweislastumkehr auf ihr Konto.“
Die drei Anwältinnen sind Mitherausgeberinnen der Rechtszeitschrift „Streit“. Sie engagieren sich für Geschlechtergerechtigkeit und feministische Rechtspolitik und sind Mitglied in Netzwerken für Frauen und gegen häusliche Gewalt. „Ihrem unermüdlichen Engagement – insbesondere für die Belange der Frauen – gebührt unser aller Respekt“, so Kindermann. „Die erstrittenen Urteile, aber auch ihr Netzwerk und ihre redaktionelle Arbeit zeigen, dass die Kolleginnen sich als Rechtsanwältinnen in besonderem Maße verdient gemacht haben und sich auch für die Rechte der Frauen und Anwältinnen einsetzen.“
Laudatorin Christina Clemm, Rechtsanwältin und Autorin, richtet den Blick auch auf die mittelbare Wirkung eines solchen Engagements: „Die drei Kolleginnen des Leipziger Anwältinnenbüros arbeiten hochqualifiziert, solidarisch, stets parteiisch und im besten Sinn feministisch an der Seite von Frauen. Erfolgreiche Anwältinnen – vor allem solche, die sich für Frauen einsetzen – rütteln immer auch an gesellschaftlichen Machtverhältnissen und festgefahrenen Strukturen.“
Der Maria-Otto-Preis des DAV
Seit dem Jahr 2010 verleiht der Deutsche Anwaltverein den Maria-Otto-Preis an herausragende Rechtsanwältinnen, aber auch an Personen oder Organisationen, die sich in besonderem Maße um die Belange von Frauen in Beruf, Justiz, Politik und Gesellschaft verdient gemacht haben oder eine besondere Vorbildfunktion für Anwältinnen innehaben. Der Preis geht auf eine Initiative der DAV-Arbeitsgemeinschaft Anwältinnen zurück. Benannt ist der Preis nach Rechtsanwältin Dr. Maria Otto, die 1922 als erste Anwältin in Deutschland zugelassen wurde.
Eine neue Skulptur
Der neunte Maria-Otto-Preis ist auch eine Premiere für eine neue Preis-Skulptur. Vier Künstler:innen bzw. Teams waren der Einladung des DAV und der Akademie der Künste gefolgt, eine neue Trophäe für den Maria-Otto-Preis zu entwerfen. Aus den sehr unterschiedlichen kreativen Ansätzen fiel die Wahl am Ende auf den Entwurf „Vox“ der Berliner Künstlerin Sophia Pompéry: Zentraler Bestandteil ist eine Glastrophäe mit eingravierter Struktur eines Kehlkopfes; hinzu kommen eine passend gestaltete Mappe für die Auszeichnungsurkunde sowie eine silberne Anstecknadel. Die Künstlerin beschreibt ihren Entwurf als „Hommage an starke Frauen in der Rechtswelt, die ihre Stimmen für andere erheben“.
Weitere Informationen zum Maria-Otto-Preis des DAV und den Preisträgerinnen auf der DAV-Webseite
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