Berlin/Freiburg (DAV). Bei der aktuellen Justizministerkonferenz (JuMiKo) steht die juristische Ausbildung auf der Agenda. Beim Deutschen Anwaltstag begrüßt der Deutsche Anwaltverein (DAV) insbesondere das Vorhaben, rechtsstaatliches Bewusstsein frühzeitig zu vermitteln.
Den Inhalt von Gesetzen zu kennen, ist für Juristinnen und Juristen essenziell. Die Grundwerte der Verfassung zu verinnerlichen und zu verteidigen, ist eine mindestens genauso wichtige Aufgabe, wie Rechtsanwältin Dr. Sylvia Ruge, Hauptgeschäftsführerin des DAV, erläutert: „Egal, ob man in unserer Geschichte zurückblickt oder ganz aktuell in andere Länder schaut: Demokratien werden meist im Rahmen geltender Gesetze ausgehöhlt. Kritisches Rechtsdenken und das Einstehen für Verfassung und Rechtsstaat kann beim juristischen Nachwuchs daher nicht früh genug gefördert werden!“
Die rechtsstaatliche Resilienz der angehenden Jurist:innen bereits im Studium zu fördern, ist daher ein wichtiges und gutes Anliegen der aktuell tagenden JuMiKo: Künftige Juristinnen und Juristen sollen sich „nicht nur in der Rechtsordnung auskennen und Recht und Gesetz fachmännisch anzuwenden wissen, sondern auch über ein rechtsstaatliches Bewusstsein verfügen und den Werten unserer Verfassung verpflichtet“ sein.
Der DAV begrüßt diese Überlegung anlässlich des Deutschen Anwaltstags mit Nachdruck. „Jurist:innen haben eine besondere Verantwortung für das Gemeinwesen. Sie besetzen viele Entscheidungs- und Machtpositionen. Daher ist ein reflektiertes Bewusstsein für das Missbrauchspotenzial des Rechts elementar, um autoritäre Argumentationsmuster, scheinbar formale Legalität oder politische Zweckrationalität zu erkennen“, betont die DAV-Hauptgeschäftsführerin.
⇒ Alle Infos rund um den Deutschen Anwaltstag: anwaltstag.de
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