Diskussionsveranstaltung zum Tag der bedrohten Anwältin und des bedrohten Anwalts 2026

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Ort  Berlin und Online
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Der Tag des bedrohten Anwalts und der bedrohten Anwältin ist ein Tag, an dem wir die Aufmerksamkeit auf Anwält:innen in aller Welt lenken, die Verfolgung, Bedrohung oder sogar Folter ausgesetzt sind.

In diesem Jahr sind die USA das Fokusland.

Der massive Abbau von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in den Vereinigten Staaten von Amerika gibt Anlass zur Sorge. Kanzleien werden zunehmend durch Exekutivanordnungen eingeschränkt, was ihre Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit untergräbt; eine freie Ausübung des Anwaltsberufs ist kaum noch denkbar. Die Rechtsstaatlichkeit steht in einem Land auf dem Spiel, in dem Razzien der US-Behörde ICE (Immigation and Customs Enforcement) zur Abschiebung unschuldiger, integrierter Zivilpersonen führen. Aus diesem Grund wurden die USA als Schwerpunktland für den Tag des bedrohten Anwalts 2026 ausgewählt.
Der Deutsche Anwaltverein (DAV), die Rechtsanwaltskammer Berlin (RAK-Berlin) und der Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV) freuen sich auf die Gelegenheit, mit den US-amerikanischen Kolleginnen und Kollegen

  • Ben Wizner, Rechtsanwalt und Direktor des ACLU-Projekts für Meinungsfreiheit, Persönlichkeitsschutz und Technologie. Er ist Stellvertretender Leiter der Rechtsabteilung und Direktor des Center for Democracy der renommierten American Civil Liberties Union (ACLU) , welche bereits 1920 gegründet wurde. Er ist seit 2013 der Hauptanwalt von Edward Snowden und koordiniert das gesamte Anwaltsteam.

  • Rachel Cohen, Rechtsanwältin. Rachel hat drei Jahre lang bei einer US-Wirtschaftskanzlei in Chicago gearbeitet. Im März 2025 kündigte sie, als erste Anwaltskanzleien sich infolge der Executive Orders des US-Präsidenten mit der US-Regierung einigten,  Pro-Bono-Rechtsberatung im Wert von vielen Millionen Euro zu erbringen, um im Gegenzug Sanktionen der US-Regierung zu entgehen.

  • Moderation: Reed Brody, Rechtsanwalt für Menschenrechte. Er ist ein US-amerikanischer Anwalt für Menschenrechte und Sprecher von Human Rights Watch, der maßgeblichen Anteil bei dem Strafprozess gegen Hissène Habré hat. Er war ebenfalls beteiligt am Prozess gegen Augusto Pinochet und vertrat in Haiti die Opfer von Jean-Claude Duvalier.

über die jüngsten Entwicklungen im US-amerikanischen Rechtssystem zu diskutieren.

Gleichzeitig feiern wir die Unterzeichnung des Übereinkommens des Europarats über den Beruf des Rechtsanwalts durch Deutschland am 26. Januar. Die Veranstaltung wird auch der Frage nachgehen, ob dieses neue Instrument dazu beitragen kann, Deutschland und andere künftige Unterzeichnerstaaten vor Entwicklungen zu schützen, wie sie derzeit in den Vereinigten Staaten zu beobachten sind.

Die Begrüßungsrede wird DAV-Präsident Stefan von Raumer halten.

Einlass ist ab 17:30 Uhr.

Wir laden alle ganz herzlich ein, an der Veranstaltung teilzunehmen. Für Snacks und Getränke im Nachgang wird gesorgt.

Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung auf englischer Sprache stattfindet. Eine Übersetzung ins Deutsche ist nicht vorgesehen.

Die Anmeldung ist hier möglich. Der Link zum Onlinestream wird zeitnah vor der Veranstaltung versandt.